Februar - Dezember 2010

     

 

Seit Anfang Februar 2010 leben und arbeiten wir für die nächsten zwei Jahre in Perth, WA (Western Australia), wohin es uns wegen eines beruflichen Auslands-einsatzes verschlagen hat. Wir sind von eisigen -5° in Deutschland in heiße 35° gekommen, haben über 14.000 km überflogen, um auf der südlichen Erdhalbkugel auf ein gänzlich anderes Klima und andere Vegetation zustoßen. It’s not summer until the steeringwheel is too hot to hold”, wird hier behauptet.

 

Wir nutzen jede Möglichkeit, in den Schatten zu gehen. Abends kühlt es angenehm ab, nicht zuletzt dank eines häufigen Windes, dem Fremantle Doctor.    

Für Holger ist es der zweite Aufenthalt auf diesem Kontinent, für mich der erste. Das Fahren auf der linken Straßenseite, das Steuerrad rechts, Blinker und Scheibenwischer vertauscht, ist doch sehr gewöhnungsbedürftig. 

In der Art Gallery of Western Australia läuft gerade eine Ausstellung mit den Abschlussarbeiten der diesjährigen Absolventen der Art & Design School von Perth. Sehr (!) sehenswert und motivierend für eigene kreative Dinge. Auch sind viele gute Aboriginal Arbeiten ausgestellt - und das ganze ist kostenlos.  

Ein langes Wochenende liegt vor uns, denn am Montag ist hier Feiertag. Wir werden Richtung Süden fahren. In Busselton ist ein Musikfestival, das u.a. mit Galexico lockt, eine Band von der wir auch einige CDs im Schrank haben. Aber auch die Strände und Weinanbaugebiete sind sicherlich einen Besuch wert…….


März 2010

Wir sind am Samstag in Richtung Südwesten aufgebrochen und haben in einem Nationalpark kurz gehalten um thrombolites anzusehen, ca. 600 Mio Jahre alte (Stein-)Gebilde, die für die Sauerstoff-produktion (ähnlich Photosythese) auf der Erde verantwortlich waren. Außerdem gab es dort sehr viele schwarze Schwäne, das Wahrzeichen von Western Australia.

Dann haben wir in Busselton ein Quartier bezogen. Der Ort war so gut wie ausgebucht - an diesem langen Wochenende wohl kein Wunder. Es ist noch allerbestes Badewetter. Seit September hat es hier nicht mehr geregnet und die Tagestemperaturen sind immer noch ca. 35°. (Unser Rekord in Perth war bislang 39°)

Wir sind dann gegen 17.00 Uhr zu Fuß (!) zum WOMUBU (World Music Weekend of Busselton) gegangen - 3,5 km von unserem Motel entfernt. Eigentlich keine Entfernung - aber um 17.00 Uhr war es immer noch so heiß, dass wir das erste Bier zur Wiederbelebung brauchten.  
 

 

Das Festival fand auf einem Privatgrundstück, einem ehemaligen Farmgelände statt. Das alte Farmhaus war zur Küche umfunktioniert und man bekam dort Kostproben des eigenen Olivenöls und Brot und zur Unterhaltung eine Männer-acapella-Gruppe.  Die Hauptbühne war im Garten, zwischen den einzelnen Bands gab es eine südamerikanische Trommelgruppe, die über das Gelände zog und das Publikum mit ihren Rhythmen und Capoeira unterhielt.  

Die Stimmung war einfach relaxed und sehr angenehm. Ja und dann haben wir dann tatsächlich noch CALEXICO gehört und gesehen, die tagszuvor in Perth bereits waren und die wir dort verpasst hatten. Auch die Gruppe danach um den Sänger Xavier Rudd war toll - der hatte das Publikum voll hinter sich.

Leider war am Ende kein Taxi oder Shuttlebus aufzutreiben, sodass wir auch wieder zurück gehen mussten. Ich glaube, wir waren die einzigen, die andiesem Abend noch zu Fuß auf der Straße waren. Das ist hier wie damals in Texas. Man geht einfach wenig zu Fuß - zu heiß - zu weit die Entfernungen.  

Aber nicht nur diese Tatsache erinnert uns sehr an unsere Zeit in den USA. Viele Straßenzüge ähneln den amerikanischen Highways mit den weithin sichtbaren Autohändlern, Fast Food Ketten und anderen großen Fachgeschäften. Bei den Wohnhäusern ist es eher eine Mischung aus amerikanischer und englischer Architektur – oft großzügig gebaut, denn Platz ist außerhalb der Stadt viel vorhanden.

Am Sonntag haben wir dann die Strände erkundet. Immer mal wieder gestoppt, auch mal kurz gebadet. Eine Freude für jeden Surfer. Das Wasser ist einfach traumhaft klar, erfrischend, herrlich.   
 

 

Die Region im Hinterland ist das Weinanbaugebiet um Margaret River. Ein Weingut reiht sich ans nächste, auch Bierbrauereien (u.a. Duckstein) gibt es und beide verstehen es bestens, den Reisenden zur Probe von Wein- und Braukunst zu verlocken.

Derzeit läuft eine Aktion, bei der in der Region ca. 85 Kuhskulpturen  von Künstlern gestaltet wurden, die am Ende für einen guten Zweck versteigert werden sollen. So sind wir auch "in the moo'd gekommen" und  haben unsere Route ein wenig den Kühen angepasst und die ein oder andere gezielt gesucht und fotografiert.  Im Weinanbaugebiet hörten wir allerdings auch, dass im letzten Jahr sehr große Teile der Ernte durch Regenfälle vernichtet wurden - es ist also nicht immer so heiß und trocken, wie gerade zur Zeit in diesem Jahr.    

Auch gab es in einem kleinen Ort namens Cowaramup wieder Livemusik, diesmal von einer lokalen Nachwuchsband, die das ganze Dorfmobilisiert hatte. Kind und Kegel,  alt und jung saß auf dem Rasen beim Picknick und lauschte den jungen Musikern.

Am Montag (hier Feiertag: Labourday)  sind wir nach einem kurzen Badestopp bis an die Süd-Westspitze gefahren und waren dann gegen 19.30 Uhr wieder in Perth. Ein schönes Highlight waren unsere ersten gesichteten wild lebenden Kängurus! In sicherer Entfernung grasten Herden von 8-10 Tieren, ließen sich durch uns nicht stören.

Seit dem Wochenende bewohnen wir ein modernes und komplett eingerichtetes Appartement im 16. Stock fast direkt am Swan River in East Perth. Superaussicht! So zentral, dass Holger zu Fuß ins Büro gehen kann. Wir haben uns jedenfalls entschlossen, das städtische Großstadtleben erst einmal in vollen Zügen mitzunehmen und so lange dort zu wohnen, wie es uns gefällt. In ein Haus mit Garten, raus aus der Stadt können wir dann immer noch - aber eine solch traumhafte Wohnlage werden wir so leicht nicht wieder haben - also, war die Entscheidung gar nicht schwer und wir beide schnell einig darüber. Platz für Besuch gibt es selbstverständlich auch!  

Das gesamte Haus hat 62 Appartements / 3 auf jeder Etage. Zum Gebäude gehören noch ein Pool, Fitnessraum, ein Tennisplatz,  Billardzimmer und ein Partyraum mit kleiner Küche und BBQ-Facilities, den alle Bewohner nutzen können. 

Vor unserer Haustür läuft ein Fahrradweg und wir warten jetzt auf das Frachtgut, das auch unsere Räder mitbringt, wie auf Weihnachten! Dabei ist es nur 1 Container! Die Rockband  AC/DC hat neulich 92 shipping container gebraucht um das Material für die Australian Black Ice Show Subiaco Oval über 100.000 Zuschauer allein in Perth angelockt hat. Tagelang beherrschten schwarz gekleidete Rockfans reiferen Alters das Straßenbild um den Veranstaltungsort. Wir waren nicht dabei, haben jedoch schon mehrere andere Livemusikveranstaltungen wahrgenommen. Eingerahmt von Wasser, Bushland und Outback ist das kulturelle Angebot in einer Stadt mit 1,6 Mio Einwohnern scheinbar grenzenlos.     

Von unserer gerade frisch bezogenen Appartement-wohnung am Ufer des Swan Rivers haben wir heute Morgen einen Triathlon mit ca. 2300 Teilnehmern verfolgt ... und dabei an Peter denken müssen. Gerne hätten wir ihn hier angefeuert - aber Australien steht ja erst im nächsten Jahr auf seinem Wettkampfplan.

Habe heute Kiwis im Supermarkt aus Italien entdeckt! Schon verrückt, denn nach Deutschland kommen die Früchte meist aus Neuseeland!   
 

 

Jeden Morgen um 8:30 gibt es deutsche Nachrichten im Fernsehen von DW-TV und im Abendprogramm häufig ausländische Filme im Originalton mit englischen Untertiteln, manchmal eine willkommene Abwechslung zum australischen Fernsehprogramm.     

Am letzten Wochenende waren wir auf Rottnest Island. Eine Insel ca. 20 km vor der Küste ohne Autoverkehr und wir haben Räder geliehen. Mussten am Ende aber feststellen, dass man sich einen Sonnenbrand holen kann, obwohl der Himmel den ganzen Tag bedeckt und grau (auch das gibt es hier)  ist. Auf 'Rotto' gibt es die Quokkas, ein recht kleines Beuteltier, optisch eher einem Rieseneichhörnchen mit Rattenschwanz ähnlich. Die Ähnlichkeit zu Ratten hat letztendlich auch zum Namen der Insel geführt. Heute sind die Tiere vom Aussterben bedroht und sollen nur noch auf dieser  Insel
freilebend zu finden sein.      

Bei den KAKULAS Bros.(est. 1929) in Northbridge (WilliamStreet gleich hinter der Horseshoe Bridge)  gibt es Lebensmittelimporteaus aller Welt und Gewürze, Nüsse, Trockenfrüchte u.a.m. lose aus Säcken, daneben liegen Mozartkugeln und Lakritz, Kaffee und Tee. Der Laden ist einen Ausflug Wert! Der weitere Verlauf der William Street gleicht Chinatown und ganze gebratene Enten locken knusprig braun gebraten in den Schaufenstern. 

In Fremantle ist Fr/Sa/So eine Markthalle geöffnet, wo man Lebensmittel aber auch jeglichen Schnick-Schnack kaufen kann. Dorthin bin ich mit Sybil gefahren, der Ehefrau von Holgers Arbeitskollegen Paul. Beide sind Amerikaner und haben in Houston(!) ihre Heimatadresse. Wir können uns also viel erzählen.

Sheila” ist AUSSIE/NZ slang für “a girl or young woman”. Sybil nennt so ihr “Navi”. In Deutschland noch ‚Else‘ wird unser Navi hier demnächst auch zu Sheila und uns hoffentlich gute Dienste bei den Touren durchs Land leisten. 

 
Gestern waren wir kurz am Cottesloe Beach zu einer sehr sehenswerten und gut besuchten Kunstaktion. Im Netz unter www.sculpturebythesea.com  sollte noch etwas dazu stehen. Man kommt in wenigen Autominuten zum Strand, und so ist selbst ein Tag, der mit lästigen Einkäufen in großen Shopping Malls am Samstag beginnt, noch schnell ein erholsamer Tag, der wie ein Urlaubstag endet.  

Die Brauerei „Little Creatures“ war in Fremantle unser letzter Stop an dem Abend. Eine Kiste unserer Lieblingssorte haben wir mitgenommen. Außerdem ein T-Shirt: „Drink a Little“. Auf der Getränkekarte heißt es: „If you have a question, ask a creature“ Das Personal muss ordentlich schuften, denn der Laden brummt.
https://www.littlecreatures.com.au.
 

Und dieses T-Shirt sahen wir in einem Schaufenster: „Save the whales, eat the Japanese“.  

Ein Autohändler erzählte, er sei als 14-Jähriger auch einmal in Deutschland gewesen, an einem kleinen See, wo er Wasserski fahren konnte. Es stellte sich heraus: Er hatte Ferien auf Schloss Dankern in Haren (Emsland) verbracht und er schwärmte noch heute von den deutschen Mädchen…..   

Und dann gab es den ersten Regen seit September, ein regelrechtes Unwetter, wie es Perth in den letzten 10-20 Jahren nicht erlebt hat. Der Swan River glich einem windgepeitschten Meer. Bei der Jacob’s Ladder hat es einen Erdrutsch gegeben und mehrere Zehntausende Häuser sind ohne Strom und die nachfolgenden  Meldungen aus der örtlichen Presse sprechen für sich:

 

Yesterday afternoon the Premier declared the storm a 'Natural disaster' which would leave a damage bill in excess of $100 million. The storms were the most severe weather conditions the state had experienced since 1994.   “It was an extreme and very unusual, freakish event for Perth” 

 

"A significant number of public buildings have suffered quite extensive damage.''

University of WA is counting the cost after the massive storm smashed WinthropHall's iconic 80-year-old stained-glass windows and flooded the campus library.

A landslide near Jacob’s Ladder in Kings Park also caused major damage to two ground floor units in the Adelphi apartment block and two cars but all residents are accounted for".

Ich habe im 16. bzw. Holger im Büro im 28. Stock alles gut überstanden und das Unwetter beobachten können, ohne ihm direkt ausgesetzt gewesen zu sein.


April 2010

Hello again!

Die enorme Resonanz auf unserer Homepage hat uns sehr gefreut und das positive Echo ist wirklich eine große Motivation, auf diesem Wege auch weiter über unsere Zeit in Perth zu berichten. Ganz herzlichen Dank für eure Kommentare und Mails. Es ist schön, auch von dir/euch Neuigkeiten zu hören.    

Auf der Wiese vor unserem Haus laufen die Vorbereitungen für ein REDBULL AIR RACE an. Wir sitzen dann in der ersten Reihe, wenn Flugzeuge um die Wette fliegen und sind auch gespannt, mit welchem Lärm das verbunden sein wird.

Wenn es euch interessiert, dann folgt diesem Link: http://www.westernaustralia.com/RedBullAirRace/Pages/About_the_Race.aspx     

Unsere sportlichen Aktivitäten beschränken sich momentan auf den Fitnessraum, obwohl Holger sehr(!) viel lieber irgendetwas mit einem Ball spielen würde und sowohl Strände als auch Internet nach Beachvolleyballmöglichkeiten sehnsüchtig scannt.

Ich habe inzwischen einen traditionellen WOK gekauft, der den Verlust des liebgewonnenen Dampfgarers aus meiner Lingener Küche „dämpft“  :-)  und es die reinste kulinarische Lust, die exotischen Gewürze bei KAKULAS Brothers (oder in einer ähnlichen Dependance in Fremantle bei ‚Kakulas‘ Sisters‘) einzukaufen, Bekanntes und Unbekanntes zu mischen, und - wenn auch etwas ungewohnt - mit Gas zu kochen.

Wie damals auch in einigen amerikanischen Gegenden haben auch in Australien nicht alle Restaurants eine Lizenz zum Ausschank von Alkohol und erlauben daher, dass man seinen Wein selbst mitbringt: BYO – Bring Your Own.  Bier, Wein und andere Spirituosen kauft man hier ausschließlich im BottleShop.

Die Erkenntnis, dass sich abnehmender und zunehmender Mond in Australien genau anders herum darstellen, als von Deutschlands Nachthimmel gewohnt, ist nicht auf unseren Bierkonsum zurückzuführen! Die Gedächtnisstützen, derer wir uns noch aus der Schulzeit anhand der Buchstabenformen entsinnen (ɑ = abnehmend / altdeutsches  Ʒ = zunehmend), funktionieren auf der Südhalbkugel nicht – eine Tatsache, die leicht verwirrt, genauso wie der Tatbestand, dass hier die Mittagssonne im Norden steht während der Balkon nach Süden eher von dieser vernachlässigt wird.


Das lange Osterwochenende verbrachten wir in Perth und näherer Umgebung. Für den Trip zu den Pinnacles, die Hauptattraktion im Nambung National Park, ca. 250 km nördlich von Perth haben wir eine Übernachtung in Cervantes eingeplant, da gerade mit der Abendsonne die schönsten Fotomotive möglich sind.

Die Entstehung dieser bizarren schroffen Kalkstein-gebilde ist auch unter Wissenschaftlern noch nicht eindeutig geklärt. Erosionen verursacht durch Wind, Sonne und Regen haben tausende eigenartige Steinspitzen geformt, die man zu Fuß oder auf einer
4 km langen Sandpiste mit dem eigenen PKW erkunden kann.

Das Wetter war leider nicht ganz optimal für die Fotos, für das Verlassen des schattigen Autos jedoch bestens geeignet, sodass wir viele dieser phantastischen Formationen ausgiebig ansehen konnten.  

Der Nationalpark liegt in einem Dünenstreifen, der die früheren Küstenlinien des Indischen Ozeans erahnen lässt. Die darin eingebetteten Wanderdünen aus herrlich weißem Sand sind von heideähnlichen Bodendeckern umgeben.  
 

 

Besonders beeindruckend sind in diesem Gebiet die Banksia-Pflanzen,die buschartig, meist jedoch hoch wie Bäume wachsen und die Straßenzüge auch weiter im Hinterland säumen. Die Blüte der Banksia gleicht einer Protea,die wir in Deutschland als einzelne exotische Blume für ausgefallene Sträuße kennen.

Die Campingplätze direkt in den Dünen sind jedoch herrlich für den Camper, der die Nähe zur Natur sucht und hier direkt am Strand ohne Frischwasser und Strom für maximal 4 Nächte bleiben darf. Offenes Feuer ist natürlich verboten – jedoch ist gasgefeuertes Grillen erlaubt, teilweise gibt es öffentliche Gasgrillplätze, die man kostenlos durch Knopfdruck aktiviert.

Die Strände sind endlos und menschenarm, und die weißen Dünen rundum Sandy Cape werden gerne zum Sandboarding genutzt. Der Anfänger„rodelt“ im Sitzen, der Experte heizt auf dem Brett stehend die steilen Sandhügel hinunter. Sand in allen Körperöffnungen ist dem sicher, der dabei zu Fall kommt.

Cervantes
entpuppte sich als eine der trostlosesten Ortschaften, die wir in letzter Zeit gesehen haben. Lediglich der lecker zubereitete „Catch of the Day“ versöhnte uns etwas mit diesem Nest. Der Ort ist eine junge Gründung von 1962 im Zuge des expandierenden Hummerfangs vor der Küste. Er erhielt seinen Namen von einem 1844 an einer nahen Insel gesunkenen Walfang-Zweimaster, welcher nach Miguel de Cervantes benannt war.

Inzwischen hat der Tourismus den Fischfang als Haupterwerbsquelle abgelöst und es gibt Camping-plätze, Ferienappartements und ein Motel, das aufgrund seiner Alleinlage relativ teure Preise verlangen kann. Vom fast fertiggestellten Küsten-Highway zwischen Lancelin und Cervantes verspricht man sich einen großen Aufschwung. Noch macht der ganze Ort einen völlig planlosen und öden Eindruck und die langweilige Osterkirmes unterstrich dies noch mit herunter-gekommenen Buden ohne jegliche Anziehungskraft.  

Ostersonntag
verbringen wir dann vor den Toren der Stadt im Swan Valley. Besonders einladend unter den dortigen zahlreichen Weingütern war der Park des Winzers Houghton, der es sehr begrüßt, wenn man sich auf seinen großen Rasenflächen zu einem Picknick einfindet. Man kann seinen eigenen Proviant mitbringen oder vom dortigen Speisenangebot wählen – in jedem Fall das Picknick durch das hauseigene Weinangebot komplettieren. Der Feiertag hatte sicherlich dazu beigetragen, dass ganze Familienclans mit Sack und Pack anrückten und den Tag unter den großen Bäumen im Park verbrachten, der sogar Ballspiele zuließ und an anderer idyllischer Ecke die Kulisse für eine festliche Hochzeitszeremonie bildete.

Eine schöne Osterüberraschung für uns waren die Mails unserer Töchter, die uns Dank modernster Technik auch dort erreichten. So hatten auch wir ein kleines Stückchen Familie dabei und konnten das Fehlen des traditionellen familiären Brunchs besser verschmerzen.

Von den Australiern heißt es scherzhaft: 'The phrase „a simple picnic“ is not known. You should take everything you own. If you don’t need to make three trips back to the car, you’re not trying.' Könnt ihr etwa erahnen, was die Menschen an Ess- und Sitzgelegenheiten ausbreiteten, um den Tag in großer Runde zu schlemmen? Auf unserer Einkaufsliste steht nun zumindest eine Picknickdecke – die Kühlkiste erwarten wir ohnehin mit den Umzugsgütern per Schiffsfracht, dann sind auch wir gerüstet fürs 'Barbie' -  eine der Lieblingsbeschäftigungen der Einheimischen.

Auf der Rückfahrt wurden dann in einer großen Polizeiaktion alle Autofahrer angehalten und auf Alkohol getestet. Die sowieso schon drastischen Strafen bei Fahren unter Alkoholeinfluss werden an Feiertagen kurzerhand verdoppelt!!

Mein erster RBT (Random Breath Test) ergab erwartungsgemäß keine Beanstandungen, denn das Glas Wein zum Lunch lag bereits Stunden zurück, etwas nervös wurde ich aber doch, als rund 30 Polizisten die Straße blockierten und mir ohne viele Worte das Röhrchen durchs Fenster direkt in den Mund schoben.  

Die Aussies lieben offensichtlich Abkürzungen:
 
Aussie  -    Australier(in)
Barbie   -    Barbecue
Blowie  -     (Schmeiß-) Fliege
Cossie   -    Schwimmkleidung
Mozzie -      Mücke
Pokie    -     Pokerautomat
Saltie     -    Salzwasserkrokodil
Freshie -      Süßwasserkrokodil
Dunny  -      Dixie-Toilette
Esky       -    Kühlbox
Iffy         -   etwas Zweifelhaftes
Middy   -      285 ml Bierglas
Stubby -       375 ml bottle of beer
Pommy -       Engländer
Trucky  -      LKW-Fahrer
Biggi      -     passt da doch gut in die Sammlung, oder?

Viele Grüße an die fleißigen Leser
Biggi


Ein zweites Update im April – es lohnt sich ……    

Fast zeitgleich mit den Umzugskartons aus der Schiffsfracht kam die erwartete Bestätigung, dass unsere Visa genehmigt wurden. Beides bringt uns dem geregelten Leben in Australien wieder ein Stück näher.  

Bis auf eine zerbrochene Glühlampe sind unsere persönlichen Sachen intakt  und komplett eingetroffen. Für zusätzliches Suchen sorgte lediglich Kiste Nr. 39, die scheinbar verloren gegangen war, und so mussten alle Kisten, die bereits im storeroom untergestellt waren, noch einmal bewegt und überprüft werden. Es stellte sich dann heraus, dass ein Karton versehentlich mit zwei Nummern versehen worden war – also auch hier erfreulicherweise kein Verlust von Umzugsgut.  

Beim Auspacken traf ich Richard und Alice, ein Paar, das aus Singapore stammt und seit ½ Jahr im 3. Stock wohnt. Sie beneiden uns um den geräumigen storeroom im Keller und um die zwei Parkplätze, die direkt daneben liegen. Seine zwei Einstellplätze sind weit auseinander und keiner von beiden ist in der Nähe seines Abstellraumes, was wirklich nicht sehr komfortabel ist. 

Ob sie es waren, die uns, kaum dass wir mit dem Auspacken begonnen und leere Kartons auf einem unserer PKW Einstellplätze sammelten, übereifrig einen namenlosen Zettel in den Briefkasten schoben mit dem Hinweis, („Dear neighbour, … ) dass weder Fahrräder noch leere Kartons vor dem storeroom gelagert werden dürfen? ( …..…Thank you, your neighbour“)?? 

Mittlerweile ist (fast) alles ausgepackt, ausgiebig gelüftet oder gewaschen und an einem passenden Platz verstaut. Die leeren Kartons sind ordnungsgemäß entsorgt, mein Stressspiegel daher beträchtlich gesunken, und die Fahrräder wurden bei einer ersten wunderschönen Radtour am Swan River bewegt. Wir inspizierten die aufwändigen Aufbauten am Fluss für das Red BullAir Race, verfolgten kurz ein Speedboat Race auf dem Fluss, warfen einenflüchtigen Blick in die Schaufenster der nahe am Fluss gelegenen Motorradhändler, schauten dem kitschig bunten Treiben zu Budda’s Birthday zu, fachsimpelten mit dem Kellner der Old Swan Brewery und beschlossen unsere erste Radtour nach fast 5 Stunden im Kings Park.  

Unter Beobachtung diverser Hubschrauber kreisen zwei Tage vor dem eigentlichen Rennen über dem Swan River und vor unserem Balkon bereits die ersten Flugzeuge um den Parcours zum Red Bull Air Race zu testen. Eine TV-Moderatorin, die einen dieser Trainingsflüge mitfliegen durfte, kommentierte sehr plastisch: „I had my stomache in my mouth“.  

Einen Unfall gab es schon beim ersten Trainingslauf. Das Flugzeug eines Brasilianers geriet unbeabsichtigt ins Wasser, sein Pilot ins Krankenhaus.  

Spektakulär waren auch die Demonstrationen einer Fliegerstaffel aus 6 Flugzeugen, die  diverse Formationen in der Luft zeigten. Wir haben beste Sicht auf das Starten und Landen der kleinen Rennflugzeuge und das gesamte Areal und deswegen auch  zum eigentlichen Renntag einige Arbeitskollegen eingeladen, die mit uns den waghalsigen Flugkünstlern zuschauen.

Die Balkone aller Appartementhäuser am Fluss entlang sind allerbeste Plätze und (erstmals seit wir hier wohnen) durchweg gut gefüllt. Insgesamt sollen es 140.000 Zuschauer sein, die das Rennen kostenlos verfolgen können.

Ein Radiosender überträgt live die Kommentare aus dem Tower,Interviews mit Piloten und Fachpublikum und dazwischen die passende Musik:„Give me a ticket to an aeroplane …“  

Das ganze Spektakel dauert insgesamt zwei Tage, mit Qualifikationsrennen, Showflügen, einem Pit Lane Walk, bei dem man allen Maschinen und Piloten nahe kommen kann, und dem letzten Rennen der schnellsten Vier. Wir haben es uns nicht nehmen lassen, Matthias Dolderer als einzigem Deutschen im Teilnehmerfeld in seiner Box zu besuchen. 
 
Auf seiner Homepage (http://www.matthiasdolderer.com/ger/photogalleries.php) kann man einen Flug, den er hier in Perth absolviert hat, bestens nachempfinden, denn eine Kamera war während des Trainings am Flugzeug angebracht.  
 

 

„Cleared into the tracks. Smoke on!!“ hieß es vom Tower für jeden der 14 Piloten, die dann, einen Kondensstreifen hinter sich lassend, mit Geschwindig-keiten von gut 350 kmh durch die Tore schossen, Loopings drehten, ihre Maschinen aus der horizontalen in die vertikale Fluglinie kippten, um schnellstmöglich durch den  vorgegebenen Parcours durchs Ziel zu kommen.

Die Piloten müssen mental wie physisch voll fit, die Maschinen technisch einwandfrei sein, um den enormen Kräften (für die „Spezies“ unter meinen Lesern: +/- 12G) standzuhalten.  Und es braucht sicher sehr viel Flugerfahrung, das wird selbst dem laienhaften Zuschauer schnell klar. 

Das Rennen ist kaum vorbei, da beginnen die Aufräumarbeiten. 400 Mann gehören zum ständigen Personal. Das Red Bull Team fliegt nun nach Rio deJaneiro …. wir nach BALI ….. aber davon mehr auf einer Extraseite …..   

Catch ya later
   ( = Aussie Englisch für: Goodbye )
Biggi


BALI

 
Inzwischen sind wir aus Bali zurück, bereichert um eine Fülleneuer Eindrücke, berauscht von den Farben, betört von den Düften, begeistert von dem köstlichen Essen, belehrt, bebildert und bepackt, vor allem aber beglückt vom Wiedersehen mit Kim.  
 

 

Obwohl gedanklich darauf vorbereitet, eines der bevölkerungsreichten Länder der Erde zu besuchen, hat uns die Masse der Menschen, dieses unbändige Gewimmel fast umgehauen! Die ausufernden Städte im Süden rund um Denpasar gehen nahtlos ineinander über, die Straßen zwischen Kuta und Ubud sind gesäumt vom kleinsten Händler bis zum großen Umschlagplatz für Waren, reichen von lebens-unwürdigen Hütten bis zum Luxushotel, vom Massenramsch an Souvenirs und Textilien bis zu extravaganten Designerlabeln und hochwertigem Kunsthandwerk.  

 

Glanz und Elend liegen beklemmend eng bei einander, und bei allem ist der Tourismus zugleich Fluch und Segen - und doch die Triebfeder Balis, das den plötzlichen Rückgang der Touristenzahlen nach dem Bombenanschlag in Kuta 2002 schmerzlich zu spüren bekam.  

Öffentliche Verkehrsmittel gibt es wenige. Die Straße wird beherrscht von „Taksis und Motorrollern, die sich chaotisch und mit doch erträglichem Geknatter durch die engen Straßen schlängeln. Mit ihren Hupen machen einzig die Taxifahrer auf der Suche nach Kundschaft auf sich Aufmerksam oder um einen Rollerfahrer zur Seite zu scheuchen. Roller und kleine Krafträder sind das Fortbewegungsmittel der Einheimischen, der Transporter ihrer Waren oder ganzer Familien mit bis zu zwei Erwachsenen und drei Kindern gleichzeitig!

  
 

Wir beschließen, in diesem Gewimmel nicht selbst zu fahren und hatten für drei größere Ausflüge mit Suena einen Taxifahrer, der uns in Englisch mit ausgeprägtem indonesischem Akzent seine Heimat, seine Religion und viele Traditionen näherbrachte. („Why is that so in Bali? Because, example,……“).  

Über das größte Unheil, das ein Hindu bei der Reinkarnation ereilen kann, bekamen wir folgende Aufklärung: Sollte sich sein Karma als Schlechtes erweisen, so besteht die Möglichkeit, dass ein Mensch als Tier wiedergeboren wird, das geschlachtet wird - schlimmstenfalls endet er als ein Stück Fleisch bei McDonald‘s!

Die Hindufrauen sind darum stets, buchstäblich mehrmals täglich bemüht, mit bescheidenen naturalen Opfergaben für ein gutes Karma, einen erfolgreichen Tag, gute Geschäfte usw. zu bitten. Die kleinen kunstvoll geflochtenen und gefüllten Schälchen aus Kokosblättern stehen und liegen einfach überall, an Ladeneingängen wie am Strand und natürlich in den öffentlichen wie heimischen Tempeln, die zu jedem noch so schlichtem Wohnhaus gehören.  

Wären es nur diese langsam zerfallenden und verrottenden Opfergaben würde man ganz sicher nicht von Müll sprechen. Plastikmüll, Bauschutt und organischer Abfall in einem heillosen Durcheinander ist in besiedelten Gebieten allerorten ein unübersehbarer, hässlicher Anblick und auf Bali zu einer unbeherrschbaren Größe geworden, dem höchstens der Gast einer teuren Hotelanlage oder der Reisende abseits der Ortschaften entgehen kann.  

Dagegen sind die die terrassenartig angelegten Reisfelder nord-westlich von Ubud von einer Anziehungskraft, Ruhe und Schönheit, die zu ausgiebigem Verweilen anregen und schon fast etwas Meditatives haben. Für einen Arbeitseinsatz im Reisfeld, wie es inzwischen schon  für den interessierten Touristen angeboten wird, reichen unsere wenigen Tage jedoch nicht.

Dafür schließen wir uns einer 40-Km-Radtour an, werden mit den Rädern hochgefahren und können uns nach einem wunderschönen Ausblick auf den Vulkankrater Gunung Batur zumeist bergab rollen lassen. Spielende Kinder, Hunde und die Löcher in den Straßen verlangen unsere ganze Aufmerksamkeit, erschwert durch einsetzenden Regen.  

Wir sehen uns traditionelles Handwerk wie Batik-, Steinmetz-,Holzschnitz-, und Silberschmiedearbeiten auf dem Weg nach Ubud an und auch Gemälde mit landestypischen Szenen oder den vermeintlichen Geschmack des Kunden bedienend. Jedes Wohnhaus ist zugleich Werkstatt, Cafe oder Verkaufsgelegenheit– und sei es für „Bensin“, das in 1-Liter-Portionen in ausgedienten Vodka- Flaschen verkauft wird. Irgendwie scheint jeder irgendeiner Beschäftigung nachzugehen – oder ist gerade auf dem Weg zu einer „Ceremony“. 

Gamelan-Musik begleitet die Tänze. Den Barong (ein Kampf zwischen Gut und Böse), den Legong (ein graziler Tanz junger Mädchen in prachtvollen Kostümen) und insbesondere den Kecak haben wir gesehen. 70-100 Männer geben mit ihren raunenden Stimmen den mächtigen rhythmischen Klangboden zur Geschichte, und in einem Feuertanz wird zum Schluss glühende Kokosschale immer wieder mit nackten Füßen auseinander geschossen.  

Makellos gekleidet und herausgeputzt kommen die Gläubigen am Tag vor Vollmondzum Tempel Pura Ulun Danu Bratan, der wunderschön auf mehreren Inseln im Wasser liegt. Frauen tragen große, reich bestückte Opferkörbe auf ihren Köpfen, einige Jungen und Männer vertreiben sich die Zeit beim Angeln, und wir haben großes Glück, diesem Spektakel eine Weile aus gebührender Entfernung zusehen zu können.  

Natürlich waren wir auch am Strand und im Wasser, haben zwischen unzähligen bunten Fischen prima geschnorchelt, Turtle-Island per Schiff angefahren (eine eher deprimierende Tierstation mit einer merkwürdigen Mischung diverser Arten in trostlosen, engen Käfigen) – aber mit unseren Aktivitäten entsprechen wir unweigerlich dem Klischee
des europäischen Touristen,der im Vergleich zu den asiatischen Urlaubern und den Australiern etwas mehr Interesse an der Kultur und dem Land auslebt. Hier hat insbesondere der stereotype Australier den unrühmlichen Ruf eines Partysüchtigen (mit ähnlichen Ausmaßen wie der Mallorca-Urlauber beim Ballermann), und findet dazu auch reichlich Gelegenheit!


Beim Shoppen treffen sich vermutlich alle Nationalitäten wieder, denn die unermüdlichen Strandhändler und die Kaufleute in den Straßen sprechen in allen Sprachen „gucken umsonst“, „cheap price“ oder „saubillig“. 

Diese Programme können wir nach einer wohltuenden Massage und gut gestärkt durch die vorzüglichen Gerichte alle bestens „überstehen“. Ob Fisch, Spanferkel, indische Curries oder die indonesische rijstafel im Bumbu Bali,…ach, ist das lecker und die Restaurants im Hinterhof versteckt oder direkt am Meer sind einfach himmlisch!! Ein Kochbuch zur Nachahmung und ein Sortiment an Gewürzen nehmen wir mit nach Hause – ebenso wie das balinesische suksama für Dankeschön!


Mai 2010

Das ist das Angenehme auf Reisen,

dass auch das Gewöhnliche
durch Neuheit und Überraschung

das Ansehen eines Abenteuers gewinnt.
 

Johann Wolfgang von Goethe
   

Ob Goethe auch das Bügeln von Oberhemden in seine Beobachtungen einschließt? Diese banale Tätigkeit hat er vermutlich nie selbst vorgenommen. Überraschend niedrig ist in diesem Zusammenhang jedenfalls mein „australisches“ Bügelbrett, das nur von einer sehr kleinen Person gekauft worden sein kann um das Appartement auszustatten. Ob auch da die räumliche Nähe zu Asien durchschlägt?

Wenn auch kein Abenteuer, so doch außergewöhnlich war unsere Reisenach Bali, selbst wenn ein Flug dorthin für viele Westaustralier nichts Besonderes (mehr) ist, da Flugzeiten (ca. 3,5 Std.) und Preise günstiger als an die landeseigene Ostküste sind. Inzwischen ist Kim bereits wohlbehalten zurück in Deutschland und uns hat der australische Alltag
mit seinen"Abenteuern" wieder. 

Hay Street und Murray Street sind im Zentrum von Perth immer wieder Schauplätze für Straßenmusikanten und andere Talente. Ein geschickter Akrobat zog neulich die Aufmerksamkeit nicht allein durch sein eindrucksvolles Jonglieren auf sich, sondern auch, weil er gleichzeitig sein Publikum mit Anekdoten amüsierte.  

Er hatte die Erklärung parat, warum die Australier die britischen Landsleute „POMMY“oder „POM“ nennen. Es sei, so behauptete er, die Abkürzung für Prisoner of Mother England, was ja nur allzu wahr sein müsste, denn bei dem Wetter in England, würde man doch nicht freiwillig dort bleiben!! Und allem Spott zum Trotz, dem die Australier aufgrund ihrer Vergangenheit als Strafkolonie der britischen Krone ausgesetzt sind, hätte sich Perth doch unschlagbar als die bessere Wahl herausgestellt!!   

Curry-in-a-hurry / MYO / Espresso Yourself - Perth bietet für den Snack zwischendurch, die Lunchpause, und das opulente Dinner einfach alles, was das Herz begehrt, den Gaumen erfreut, der Geldbeutel und die internationale Küche aus einem innovativen Mix hergeben.  

Beeinflusst durch die eingewanderten Asiaten aus Malaysia, Indonesien, Singapur, Hong Kong, China und Indien, inspiriert durch die aus den Medien bekannten Köche wie Jamie Oliver oder Heston Blumenthal,
angeregt von der Küche Mexikos, Süd-Afrikas und nicht zuletzt Europas - eine schier unendliche Vielfalt, innovative Vermischung  und ständige Verfügbarkeit. 

Von den Schweden hat man hier den Ausdruck smorgasbord importiert und bezeichnet damit wie bei einem Buffet die große Auswahl an kalten und warmen Speisen zur Selbstbedienung.     
 

 

MYO besagt: Make Your Own (…salad...pizza...sandwich). Bezahlt wird nach Gewicht – freilich nicht nach dem des Kunden.

 

Auch die einschlägigen Fast Food Ketten fehlen nicht und konkurrieren mit „all-you-can-eat-sushi-bars“ oder anderem „take-away“ (Imbiss)  

 
So einfallsreich Namen, Verkaufsstrategien und Verpackung auch sind, eine Kehrseite all dieser bequemen Bereitstellung von Essen ist – wie in vielen Ländern – eine Unmenge von Verpackungsabfall!  

Und bei dieser Auswahl ist es schwer herauszufiltern, was eigentlich die Australische Küche selbst ist. Was wir bisher feststellen konnten, lieben die Australier ihr Barbie (Barbecue) und damit alles, was man grillen kann.

Außerdem beanspruchen sie für sich die Erfindung von Vegemite. 1922 wurde dieser merkwürdige Brotaufstrich aus Heferückständen der Bierbrauereien in Melbourne erfunden. Trotz seiner Beliebtheit in Australien ist die produzierende Firma schon seit 1935 eine amerikanische. In GB wird diese gewöhnungsbedürftige Paste, die reich an Vitaminen und die ideale Grundlage vor und nach dem überreichlichen Genuss von Alkohol sein soll,  unter dem Namen Mermite verkauft.

Vor Jahren in Houston hat es auch eine ganze Weile gedauert, bis Peanutbutter zu unserem ständigen Vorrat gehörte – vielleicht ergeht es uns mit der Zeit ja auch so mit Vegemite? Süße ANZAC Biscuits dagegen, schmecken uns da schon eher. Die simplen knusprigen Kekse aus Haferflocken, Mehl und Sirup haben diesen Namen bekommen, weil sie erstmals den Australischen Truppen im 1.Weltkrieg an die Front geschickt wurden. ANZAC ist die Abkürzung für Australianand New Zealand Army Corps und der 25. April ist ANZAC Day, der die Soldaten ehrt und ein arbeitsfreier Tag in Australien ist.  

Bei allem, was die Chinesen mittlerweile an westlichen Industrieprodukten kopieren um es danach selbst preiswert herzustellen und auf dem Weltmarkt anzubieten, wundert es mich sehr, dass sie noch nicht dazu übergegangen sind, ihre Essstäbchen durch Löffel und Gabeln zu ersetzen!  

Vorzüge irgendwelcher Art wollen sich mir beim Gebrauch dieser eigentümlichen Essgeräte nicht erschließen. Die leckeren Resultate aus meinem Wok verleiten zwar wiederholt zum Training mit chopsticks, aber leichte Krämpfe in der rechten Hand lassen mich eher frevelhaft und ignorant mit der asiatischen Esskultur umgehen. Es verlangt viel Geduld und erzieht zu langsamen Essen in kleinen Portionen – immerhin ein gesunder, vielleicht doch wertvoller Aspekt?    


Ich bin immer wieder überrascht, wie anders die englische Sprache mit einigen Wortschöpfungen umgeht. Zum Beispiel ist talking book 
die umgangssprachliche Variante für audio book – und damit ein ganz anderer Sprachansatz als das deutsche   Hörbuch‘. Die „City of Perth Library“ ist jedenfalls in dem Sektor gut sortiert und wird häufiger Anlaufpunkt für mich.   



The Bush Salute
 
Western Australia wird grob in drei Zonen eingeteilt: beach,bush & outback.   Beim outback gibt es noch den Bereich, der never-never genannt wird, und damit die völlig entlegenen und unwirtlichen Landstriche bezeichnet, die man freiwillig und ohne wahre Abenteuerlust und 4WD nicht aufsucht.  

Alles, was nicht outback, city oder beach ist, ist „the bush“,der für manchen in der Vorstadt lebenden Australier schon mit einem aus Wildpflanzen bestehenden Garten beginnt. Nun sind die im „bush“ lebenden Australier aber nicht freundlicher als alle anderen, wenn sie ständig mit der Hand vor dem Gesicht wedeln, sondern mit diesem bush salute vertreiben sie lediglich die lästigen Fliegen!  

Und es gibt noch eine Wortschöpfung in diesem Zusammenhang, die jetzt bestens passt: to be bushed = to be exhausted, very tired =erschöpft, kaputt, ausgelaugt   

Well, I am bushed now… und du treuer Leser, der du es bis hierher geschafft hast, bist jetzt vermutlich auch „bushed“ ????



Ciao 
Biggi


Fortsetzung Mai 2010

Ihr Lieben,  
der Mai ist nicht zuletzt wegen der ersten wärmeren Tage bei uns traditionell gefüllt mit schönen Aktionen, Geburtstagen, Pfingsttouren u.v.a.m. In diesem Jahr sind wir nicht in Deutschland dabei – in Gedanken aber oft bei euch und über 500 (!) Klicks auf unserer Homepage zeigen mir, dass auch ihr daran interessiert seid, wie es mit uns in Australien weitergeht.    

Am Muttertag haben wir eine erste Wandertour mit dem WesternWalking Club gemacht. Die Website ist: www.wwc.iinet.net.au  Von insgesamt 18 Teilnehmern waren zur allgemeinen Überraschung 5 Deutsche,  Wolfgang, einer der beiden sympathischen tour guides,
war einer davon. Er lebt aber schon seit 1969 in Australien, nachdem er 1964 nach einer Fahrradtour(!) von Düsseldorf bis Tokio zu den Olympischen Spielenan schließend Australien erstmals aufsuchte, um dann 5 Jahre später ganz hier zubleiben.

Sein Englisch hat (immer noch) einen erkennbar deutschen Akzent, sein Deutsch ist deutlich englisch eingefärbt, d.h. die Satzstellung hat sich geändert und es vergeht kein deutscher Satz, in dem nicht auch englische Worte vorkommen. Plaudern mit ihm ist ein herrliches Durcheinander beider Sprachen. 

Wir sind nördlich von Midland gestartet und haben eine ca.12 km Wanderung (Mount Mambup) zu den Bells Rapids im Avon Rivergemacht, der flussabwärts in den Swan River übergeht. Da der Herbstregen noch nicht nachhaltig eingesetzt hat, waren Uferbepflanzung und Flussbett allerdings fast ausgetrocknet.

Im August soll diese Gegend besonders schön sein und dann finden auch Kajakfahrten dort statt. Wir machen sicherlich weitere Touren mit dem Western Walking Club, denn so lernen wir Ecken kennen, die wir alleine nicht ohne Weiteres finden oder ansteuern würden – und das Ganze in charmanter Gesellschaft einheimischer hiker.

Holgers 3-tägige Teilnahme an der diesjährigen Veranstaltung der Australian Petroleum Production & Exploration Association Ltd (APPEA2010) in Brisbane war für uns der Anlass, Australiens drittgrößte Metropole im Osten des Landes gemeinsam zu besuchen. Während Holger bei Konferenzen, Fachvorträgen und Ausstellungen viel Interessantes zu sehen bzw. zu hören bekam und bestens Kontakte knüpfen konnte, erging es mir nicht weniger abwechslungsreich.

Brisbane empfing uns bei grauem Himmel – aber mit einer spektakulären modernen Architektur, die ihre ganze Schönheit besonders nach Sonnenuntergang ausbreitete als speziell die Brücken über dem Brisbane River wunderschön leuchteten. Die Fußgängern und Radfahrern vorbehaltene Kurilpa Bridge ist erst 2009 eröffnet worden. Die Konstruktion erinnert an Masten und Takelage eines Segelschiffs und ist eine auf Spannung gehaltene Konstruktion aus ca. 6,8 km Kabel und 550 Tonnen Stahlmasten.

Die Stadt hat sich in den letzten Jahren bewusst (aber auch aus Platzgründen) zum Fluss hin geöffnet. Eine 10-spurige Stadtautobahn, die in den Fluss hinein gebaut wurde, ist da ein eher hässliches Resultat. Interessante Architektur, die attraktiv gestaltete South Bank mit Rainforest Walk, dem Lifestyle Market, einem Inner City Beach, dem großen Cultural Centre und dem noch größeren Convention Centre das genaue Gegenteil und mit eben dieser Brücke, die mit aufwändigem Lichtdesign ganz unterschiedlich angestrahlt werden kann und mit ihrem Namen (KURILPA ist die Aboriginal Bezeichnung für „Platz für Wasserratten“) sowohl Assoziationen zu weißen Segelschiffen als auch zu schmuddeligen Hafenbecken zulässt.

Ganz besonders viel Vergnügen hat mir die Ausstellung HATS –an Anthology by Stephen Jones gemacht, die gerade in der Queensland Art Gallery (http://qag.qld.gov.au/hants)gezeigt wurde. Seit Ende der 70er Jahre arbeitet dieser Designer höchst erfolgreich in London und die gezeigten Hüte sind wahre Kunstwerke, Skulpturen nicht nur für die Köpfe der Damen. Was ich nicht (heimlich) fotografieren konnte, habe ich inzwischen im Netz noch einmal ansehen können. Die Ausstellung gab sowohl einen historischen Abriss als auch handwerklich Einblicke in das faszinierende Können und die überschäumende Kreativität von Stephen Jones  und anderen Hutmacher(innen).
(http://www.stephenjonesmillinery.com)

Einen guten Überblick über die Stadt und das hügelige Umland bekommt man vom Mount Coot-Tha Lookout. Die City Sights Bustour fährt diesen und weitere 18 Plätze an, u.a. auch an den wunderschönen Botanic Garden, der nicht einmal Eintritt kostet. Man steigt nach Lust und Laune ein und aus und selbst die Bootsfähren (Citycats) sind im Fahrpreis eingeschlossen.

An diesem Tag habe ich Anna aus Nürnberg kennengelernt, die zwischen Studium und erster Arbeitsstelle eine ausgedehnte Reise durch Australien eingeschobenhat.  Wir haben die Erkundungstour und abschließende Flussfahrt zum spektakulären Sonnenuntergang in beiderseitiger Gesellschaft sehr genossen und unsere digitalen Fotoapparate reichlich gefüllt.

Im Lone Pine Koala Sanctuary bin ich dann noch Kängurus und Koalas ganz nahe gekommen. Von 24 Stunden verschlafen die knuddeligen Koalas rund 19 am Tag, fressen ca. 4 Stunden und sind also gerade mal 1 Stunde aktiv. Gut geeignet, um auch mit einer simplen Kamera ganz passable Aufnahmen von diesen außergewöhnlichen Tieren zu machen. Mit 130 Tieren ist dieses Refugium wohl das größte Koala Schutzgebiet (http://www.koala.net) und es wird sehr deutlich herausgestellt, wie die Abholzung der Eukalyptuswälder den Lebensraum und die Existenz dieser Tierart bedroht.  

Die Hauptstadt von Queensland mit 1,8 Mio Einwohnern hat dann vor unserer Abreise in vollem Sonnenschein gestrahlt und offensichtlich gemacht, wie gutes Wetter, die Nähe zum Wasser, die Vielfalt von Kultur, Natur, die Mischung von Shops und Cafés diese zu einer überaus attraktiven Stadt werden lassen. Bei einem Anfahrtsweg von 3.800 km
und einer Flugzeit von 3,5 bis über 5 Stunden – je nach Wind – ist Brisbane von Perth allerdings recht weit entfernt, um schnell mal wieder vorbei zu schauen und wir sind zudem gerne wieder zurückgekehrt nach Perth, das uns vergleichsweise „beschaulich“ vorkommt - aber vielleicht kennen wir uns hier inzwischen einfach nur besser aus?


Wie ist es euch ergangen? "Lageberichte" aus Deutschland werden von uns immer gerne gelesen... und beantwortet.

Viele Grüße von Holger (der immer viel arbeitet) und
Biggi (die deswegen für beide dies Kommunikationsnetz bedient)


JUNI 2010

RUN FOR A REASON – eine große Benefiz-Laufaktion - hatte dazu geführt, dass wir nicht rechtzeitig zum Treffpunkt vom Western Walking Club gekommen sind. Etliche Straßen um uns herum waren abgesperrt oder von anreisenden Läufern blockiert. 
 

 

So haben wir uns entschlossen, ohne Zeitdruck und auf eigene Faust den Walyunga Nationalpark nord-östlich von Perth anzusteuern. 12-14 km sind wir dort auf gut ausgeschilderten Wegen gewandert und haben sehr viele Kängurus gesehen. Auf der Rückfahrt hat uns die Dependance der Margaret River  Chocolate Company  noch zu einem Stopp und süßen Einkauf verführt.

Mit Sybil habe ich am Montag darauf die lukullischen Entdeckungen der letzten Wochen beim Lunch ausgetauscht. Sybil und Paul sind gebürtige Amerikaner, und inzwischen aus Paris ebenfalls für das GdF Suez Bonaparte Projekt in Perth. Viel Spaß hatten wir auch mit ihrem Freund Howard, der letzte Woche aus Houston zu Besuch hier war. Mit 82 Jahren hat Howard erst vor kurzem das Reisen außerhalb der Vereinigten Staaten für sich entdeckt, Sybil & Paul schon zweimal in Paris besucht und jetzt Australien! Sehr schade, dass die beiden nur sehr kurz hier sind und ihr Aufenthalt in Perth in den nächsten Tagen zu Ende geht.

Wir haben zwei Früchte kennengelernt, die wir noch nie zuvor gegessen haben: Feijoa – eine grüne, länglich ovale Frucht von der Größe einer Kiwi, deren Frucht-fleisch  süß-sauer schmeckt und die Aromen von Ananas, Erdbeere und Zitrusfrüchten in sich vereint. Sie soll zudem einen hohen Vitamin- und Jodgehalt haben und Persimmon  (auch: Persimone oder Kaki) – eine orange-gelbe Frucht, ähnlich einer großen Tomate, die am besten in Papier eingewickelt reifen muss, bis sie ganz weich ist, dann aufgeschnitten und ausgelöffelt wird.



Bibbulmun Track or 'Let's Go Bush!'  

Wir haben uns zu einer Wanderung und Übernachtung in einer der Hütten am ‚Bibb Track‘ entschlossen. Sue vom Western Walking Club hat uns noch gute Tipps für die benötigte Ausrüstung gegeben, leiht uns Campinggeschirr und einen kleinen Kocher.

Der Outdoor-Ausrüster Kathmandu  annonciert passenderweise mit Rabatten bis zu 60% und wir kaufen kurzentschlossen geräumige Rücksäcke für mehrtägige Wanderungen, ergänzen unsere bislang minimale Wanderausrüstung durch Schlafsäcke, Iso-Matten, Stirnlampen,…. und,und, und …alles in der festen Absicht, es nicht nur bei einer Wochenendwanderung zu belassen.

Warme Sachen für die Nacht legt uns Sue besonders ans Herz, denn es wird in der nur dreiseitig geschlossenen schlichten Holzhütte zu dieser Jahreszeit empfindlich kalt. Die beträchtlichen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht, die harte Schlafunterlage und das zu tragende Gewicht des Wanderrucksacks werden die größten Herausforderungen auf diesem Weg, die geplante Distanz sollten wir dagegen gut schaffen.

Wir starten zu siebt: 3 Frauen, 4 Männer, treffen uns bei klirrender Kälte morgens um 8.00 Uhr beim Hills Forrest Discovery Centre. Es ist jedoch immer wieder erstaunlich und wohltuend, wie schnell die Sonne wärmt und anfängliche Temperaturen von knapp über 0° vergessen lassen.

Der Name Bibbulmun erinnert an die Aboriginals, die hiervor Ankunft der ersten Europäern lebten und oft lange Wege zu feierlichen Zusammenkünften gingen. 1979 wurde der Wanderweg eröffnet, gewann nach umfassender Restaurierung und Ausbau auf knapp 1.000 km im Jahre 1993 erst an Bedeutung und Beliebtheit – vergleichbar mit dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela in Spanien.  

Eine sehr ansprechende Website informiert umfassend: www.bibbulmuntrack.org.au.

Am Ziel (Helena Campsite) treffen wir auf eine vierköpfige Familie und noch zwei weitere Frauen aus unserer Wandergruppe, sodass einige ihr Zelt aufschlagen, denn die Hütte ist nur für 8 Personen ausgelegt. Ein kleines Lagerfeuer, unser Happy Hour Buffet and ‘a cuppa’ (tea, red wine or port) sind schnell zusammengestellt und dank der Stirnlampen können wir auch noch später gut erkennen, was wir kochen.

Es wird eine sehr kalte aber schöne Vollmondnacht, zeitweilig unterbrochen durch eine partielle Mondfinsternis, und die molligen Schlafsäcke verlassen wir am anderen Morgen nur zögerlich. Sue hat „Damper“ für allevorbereitet, das wir wie Stockbrot am morgendlichen Feuer garen und essen, sehr willkommen sind auch heißer Porridge und Kaffee.

Wir sehen auf dem Rückweg ein paar Kängurus und sogar eine kleine Gruppe der unter Artenschutz stehenden Red-Tailed Black Cockatoos, die nur fliegend ihr schönes rotes Gefieder präsentieren. Muskelkater stellt sicherst am Abend ein, als wir bequem aber zufrieden ein weiteres deutsches Fußball-WM-Spiel verfolgen.

Ein Wochenende in freier Natur, eine Nacht unter dem australischen Sternenhimmel und Wandern mit erheblichem Gepäck werden sicherlich bald eine Fortsetzung finden und selbst nach unserer ersten, sehr kurzen Etappe auf dem BibbTrack kann ich bereits nachempfinden, was diese Wanderin in das Logbuch einer Hütte geschrieben hat:

   “It doesn’t matter that thousands have already completed their end-to-ends, some several times; it doesn’t matter that others did it easier or faster, with heavier packs or with more gourmet meals; it doesn’t matter that others have done harder walks in this country or elsewhere in the world.
What matters at the moment is that this moment is mine - a very ordinary person completing an extraordinary feat”.  





World Cup Special

Socceroos
– die Wortschöpfung aus Soccer (Fußball) und kangaroos ist der Spitzname der australischen Nationalmannschaft, für die hier in den letzten Tagen viel Werbung im Fernsehen gemacht wurde, um in der Bevölkerung den Teamgeist zu beschwören und die Fans einzustimmen. Obwohl die australische Mannschaft sicherlich nicht mit klimatischen Anpassungsschwierigkeiten zu kämpfen hat, war sie doch die erste, die schon in Südafrika angereist ist und Qantas hat ein Flugzeug eigens dafür lackiert. Zwar sind Aussie Football und Cricket Mannschaftssportarten, die landesweit einen deutlich höheren Stellenwert genießen – aber das soll sich ändern, denn Australien will sich um die Austragung der Fußball-WM bewerben: www.australia2018-2022.com.au


Zusammen mit unserem Besuch Janna sind wir tatsächlich um 2:00 Uhr(!) aufgestanden und haben das Spiel trotz nächtlicher Stunde wach und engagiert verfolgt. Auch wenn gerade diese Begegnung für uns drei von speziellem Interesse ist, so schlagen unsere Fußballerherzen natürlich für Deutschland. Nach der brandgefährlichen Situation zugunsten der Socceroos gleich zu Beginn der Partie sind wir doch sehr erfreut über die 4 deutschen Tore.

Die zahlreichen Mails, Anrufe und Skype-Kontakte, die uns vor, während und nach dem Spiel erreichen, zeigen uns, dass der „Außenposten Perth“ nicht “im Abseits“ steht und wir haben – wie es nur wahren Fans widerfährt – tatsächlich und trotz der großen räumlichen Distanz die Verbundenheit zu euch allen gespürt.

Aus der Lingener Rothertstraße kamen nach jedem Tor lautstarke Jubelrufe auf Jannas Handy, und vor dem Spiel und in der Halbzeitpause kam sogar eine Liveschaltung per Skype zu den Lazio-Lingen-Fußballern zustande. Nun ist die Enttäuschung hier im Land groß nach dem hoch verlorenen Auftaktspiel. (Vielleicht waren die gelben Undies doch nicht die zündende Idee??)

In den Medien ist vom „Desaster in Durban“ die Rede und es heißt „Australia outgunned by Germany“. Mal sehen, wie sich das auf die Stimmung und die Ergebnisse der weiteren Spiele auswirkt. Am 18. Juni werden wir die nächste Partie der Deutschen zu angenehmerer Zeit auf der Northbridge Piazza beim Public Viewing verfolgen. Stay tuned!  

Überhaupt lassen die Übertragungsraten keine Wünsche offen: Jedes Spiel wird durch den Sender SBS live übertragen, danach meist noch mehrfach zeitversetzt  wiederholt und zusätzlich in etlichen Zusammenfassungen mit Fachkommentatoren gezeigt, z.B. Slowakei – Italien = From Word Cup Heroesto World Cup Zeros –   und trockenen Bemerkungen, wie: Last World Cup Italy and France met for the grand finale – this time at the airport!  .....

.....Alles schön, für diejenigen, die vom gerade vollbrachten Sieg gegen England nicht genug kriegen können! Ein wenig deutsches WM-Fieber schwappt zu uns rüber, wenn wir noch kurz vor dem Spiel Arnes Aufwärmtraining befolgen, mit Kim und Janek skypen, von Josef die neuesten Neuigkeiten hören, mit Anke und Hans chatten, mit Sabine, Christel und Angelika vor Anpfiff und in der Halbzeit  fachfrauliche Ergebnis-Tipps austauschen und Manfreds witzige Filmclips zur WM aus dem Netz ansehen. 


Aber, Fußball ist nicht alles …. und wir können noch von einem anderen schönen Ereignis berichten, denn Katherine & Joseph aus Appartement No. 9 hatten uns und einige andere Bewohner völlig überraschend zu einer kleinen Party zu sich eingeladen. Außer Bill & Nicky, denen wir schon im hauseigenen Fitnessraum begegnet waren und der Gastgeberin, konnten wir kein weiteres bekanntes Gesicht entdecken, nicht einmal im Fahrstuhl waren wir „den Nachbarn“ begegnet.
 

Dies war eine sehr gute Gelegenheit für uns, einige Hausbewohner kennenzulernen und diese zwanglosen Zusammenkünfte sollen sich bald in einer anderen Wohnung fortsetzen. Vielleicht entwickelt sich unser bislang anonymes Appartementhaus doch noch zu einer Multi-Kulti-Hausgemeinschaft?  

Das vergangene herrliche Wochenende konnten wir noch einmal richtig genießen bei einem immer lohnenswerten Ausflug in die Hafenstadt Fremantle und einer weiteren sehr schönen Wanderung mit dem Western Walking Club. Es ging auf den rund 500 m hohen Mt. Cooke, teilweise durch sperriges Buschland-Gestrüpp und entlang des legendären Bibbulmun Tracks mit wunderbarer Aussicht über weites, unbesiedeltes Land, wo sich erste Wildblumen zaghaft zeigten.

  

Unser Hochzeitstag fällt mit dem Startschuss des 11.Welt-Kindertheater-Festes in Lingen und dem 2. Gruppenspiel der Deutschen Fußballer gegen Serbien zusammen, das wir uns heute Abend auf der Northbridge Piazza beim Public Viewing ansehen werden. Morgen reist Janna, unser erster Besuch in Perth, weiter, sodass dieser Abend auch ein wenig Abschiedsabend nach 16 schönen gemeinsamen Tagen ist.


Es sind deutlich mehr deutsche Fans auf der Piazza als Serbische - aber leider schafft die Deutsche Nationalelf diesmal keinen Sieg - und auch kein überzeugendes Spiel. Der Funke will nicht so recht überspringen. Am Samstag sehen wir uns das nächste Gruppenspiel der Australier gegen Ghana an. Diesmal in einer ausgewiesenen Sport's Bar inmitten des Burswood Veranstaltungskomplexes, das sowohl Hotel, Convention Centre, den Burswood Dome, Diskothek und ein immens großes Spielcasino beherbergt.

Laub und Blüte der australischen Goldakazie (Wattle) sind farbgebend für das grün-goldene Trikot der australischen Fußballer und wir sind gespannt auf die Stimmung der OZ Fans, die zahlreich in Fankleidung erscheinen.

Das Casino, in dem sich die riesigen Bildschirme befinden, ist ein Hexenkessel aus Licht, Lärm, Menschen, Live-Musik,Spielautomaten, Roulette-Tischen, und der Geräuschpegel übertönt die Vuvuzelasaus dem Station um viele Dezibel. Furios wird das erste (und einzige???) Tor der Socceroos gefeiert: AUSSIE, AUSSIE, AUSSIE - Oi! Oi! Oi!  - später, deutlich leiser, eigentlich schon fast bescheiden, jeder Ballkontakt und betrübt gehen die Massen nach dem Schlusspfiff nach Hause.

 

Mit viel Herzblut verfolgen wir weiterhin in Australien das Deutsche Sommermärchen in Sachen Fußball. Auf Suchanfrage bei Google unter den Stichworten: ‚WM gucken in Perth‘ lande ich doch tatsächlich auf meiner eigenen Homepage! Aber nicht deswegen sehen wir uns das Spiel gegen Argentinien zu Hause an.
 

 

Bei nächtlichen Außentemperaturen von 5° ist uns Public Viewing in Perth zu kalt, da zudem auch auf der Northbridge Piazza nicht mit einer brodelnden Stimmung zu rechnen ist, die vielleicht noch etwas einheizen könnte.

Der uns nächstgelegene Pub zeigt zwar das Spiel auf dem TV-Bildschirm – jedoch keinen Ton. Und auf die Kommentare wollen wir nicht verzichten. Voller Anerkennung und Begeisterung für die deutschen Tore zählt selbst der australische Sprecher auf Deutsch: Eins! Zwei! Drei! Vier!  Dass Argentinien mit dem gleichen überragenden Ergebnis gegen Deutschland verliert wie schon Australien, beruhigt die Aussies und lässt ihre eigene Niederlage nun nicht mehr ganz so drastisch erscheinen.

Lauten Jubel bei jedem Tor dagegen gibt es in East Perth in der Terrace Road, denn parallel zum Fernsehen spüren wir im Internet dem Freudentaumel der Deutschen auf den Fanmeilen in Berlin, Hamburg und dem Lingener Marktplatz nach, wo wir gerne mit Nina, Kim und vielen anderen das Spiel gesehen hätten. Das Endspiel kann ich zumindest mit den Achimer 'rellies' sehen (Anm.:rellies = Aussie Englisch für 'relatives' = Verwandte) und Holger wird in Paris verfolgen, wer 2010 Fußballweltmeister wird.

Nach unserer dritten, dem Fußball geopferten Nachtruhe steht fest, dass Jogis Jungs leider nicht im Endspiel stehen. Aber das Ausscheiden des deutschen Teams kann unsere Freude über das baldige Wiedersehen mit Familie, Freunden und Nachbarn nicht nachhaltig trüben! Wir freuen uns auf euch!!

Viele Grüße + Bis bald!!!
'webmaster' Biggi 


Juni/Juli 2010


Nicht nur die Fußballer sorgen für Schlagzeilen, die Geschichte machen: In Australien wird erstmals eine Frau Premierministerin   

"Julia Gillard
erste australische Premierministerin. Gillard übernimmt das Amt von Premier Rudd. Der zuletzt in die Kritik geratene Kevin Rudd vermied damit eine für ihn aussichtslose parteiinterne Kampf-abstimmung innerhalb der Labour-Partei und überließ seiner Stellvertreterin das Feld. Julia Gillard wird sowohl Parteivorsitzende und gleichzeitig Premierministerin.   
Der vor rund zweieinhalb Jahren als Hoffnungsträger gewählte Rudd war in den vergangenen Wochen in den eigenen Reihen zunehmend unter Kritik geraten, insbesondere nach dem Scheitern des bereits beschlossenen Gesetzes um den CO2-Emmissionshandel und dem Streit um eine Sondersteuer für die in Australien mächtige Bergbauindustrie. Die Labour-Partei hatte daraufhin in den Meinungsumfragen an Popularität eingebüßt. Mehrere Landesverbände befürchteten,dass die Partei unter Rudd die nächsten Wahlen verlieren könnte". (Quelle:ARD.de)


Von der großen politischen Bühne zum Schauplatz in der Terrace Road:

Helen und Brian aus der Penthouse-Suite haben um 14:00 Uhr zum Sunday Afternoon Tea eingeladen und nach Häppchen, Scones, Strawberry Jam & Clotted Cream gibt es eine Führung durch die Dachterrassen-wohnung unseres Hauses, die sich genau genommen über 3 Etagen erstreckt, mehrere(!) große Terrassen hat und auf dem obersten, sehr windigen 23. Level einen 360° Blick über Perth ermöglicht: Eine absolut faszinierende Aussicht!

Da der Sicherheitscode unserer Schließanlage stets nur das Stockwerk freigibt, in dem man selbst wohnt, müssen wir immer erst runter und raus aus dem Gebäude, von draußen bei der Wohnung klingeln, die wir besuchen wollen, um dann von den Besitzern durch die Gegensprechanlage eine„Freischaltung“ für Eingang und Lift in die gewünschte Etage zu bekommen.

Das ist schon recht umständlich und irgendwie merkwürdig bei einem Besuch im gleichen Haus, gewährt jedoch mehr Privatsphäre und Sicherheit. David, ein anderer Gast, der überwiegend in Bangkok zuhause ist, wohnt dort in einem Komplex aus 3.000 Einheiten und weiß diese Standards sehr zu schätzen.


'Skippy das Buschkänguru' ist eine meiner frühen Erinnerungen an ein unbekanntes, weit entlegenes Australien. Für die ersten der ab 1969 ausgestrahlten 91 Episoden dieser TV-Serie war ich gerade noch jung genug, um die Geschichten aus dem fremden australischen Busch im Fernsehen zu verfolgen, und damals war ein Bumerang bei Kindern so begehrt wie heute ein i-Phone.

Obwohl in den 90er Jahren angeblich über 500 Millionen Menschen weltweit im Fernsehen über 150 Episoden des gleichermaßen verrückten wie verwegenen Crocodile Hunters Steve Irwin sahen, haben wir diese „australische Legende“ erst hier mittels DVD und damit lange nach seinem tragischen Unfalltod kennengelernt.

Mit seinem 'Australia Zoo' in Queensland und gefilmten Wildlife-Dokumentationen hatte er sich seinen Lebenstraum erfüllt. Mittlerweile wurden seine zwei Kinder ebenso zu Reptilien-Liebhabern „herangezüchtet“ und regelrecht vermarktet von einem Unternehmen, das heute über 600 Leute beschäftigt – auch junge Ausländer, die für ein „work&travel“-Jahr nach Australien kommen.  



Australian Adventures – Ein Abenteuer ist unser Australien-Aufenthalt nicht. Zu gut ist alles organisiert, vorbereitet,abgesichert, eingebettet in einen Entsendevertrag mit Rückfahrkarte, worüber ich aber sehr dankbar und glücklich bin. Denn all das zusammen mit den in Perth vorgefundenen Lebensbedingungen bewirkt ein ehrliches: „Ja, es gefällt unsrichtig gut hier!“
‚ 

Vielleicht passt ‚Edventures = Educational travel‘, eine jüngere Wortschöpfung aus der Tourismusbranche, viel besser zur Beschreibung unserer sehr interessanten Zeit hier und ich freue mich auf die Fortsetzung im August, wenn ich wieder zurück in Perth bin und weiter über unsere privaten Erlebnisse berichten werde.

Bis bald!
Biggi

      

Wer weit reist, erfährt viele Dinge.
 

Ein paar davon über sich selbst.
(aus: Die Vermessung der Welt von Daniel Kehlmann)
 

  

August 2010 / Zurück in Perth / Nachlese


Zugegeben, die ersten vergangenen 5 Monate in Australien haben bei Holger und mir noch kein großes Heimweh nach Deutschland aufkommen lassen, denn Telefon und Internet ermöglichen einen erfreulich regen Austauschmit allen Lieben daheim. Unser soziales Netz lässt sich auch über die enorme Entfernung gut aufrecht erhalten, und es hat mich wirklich sehr gefreut, dass ich in Achim, Bremen, Lingen und Hellwege begrüßt und aufgenommen wurde, als sei ich gar nicht wirklich weg gewesen!

Es ist ein fast bizarres Gefühl, sowohl in Perth als auch in Lingen ein Zuhause zu haben und es ist wohltuend, Menschen um sich zu wissen, die trotz immenser räumlicher Entfernung viel Interesse an unserem Befinden zeigen. Die während meines Deutschland-besuchs häufig gestellte Frage, was ich denn in Australien am meisten vermissen würde, war schnell beantwortet: Nina & Kim ….. und dann lichte, laue Sommernächte, denn trotz angenehm warmer Abende in den Sommermonaten ist es leider immer sehr früh dunkel in Perth. Beides habe ich daher in Deutschland vor allem genossen und ebenso die  restliche Familie, und dann die Freunde und Nachbarn. 6 Wochen -aufgeteilt zwischen Lingen und Achim - vergingen flugs. Die besorgte und mir oft(!) gestellte Frage: „Was machst du eigentlich in Australien den ganzen Tag?“ konnte ich inzwischen hoffentlich zufriedenstellend beantworten?

Von sehr vielen schönen Wiedersehen mit Einzelnen, mit Familien- oder auch Stammtisch-Gruppen, von kurzen oder ausgiebigen Treffen, einem vergnügten ‚BiKiNi-Tag‘, von langen Telefonaten, kurzen Radtouren, intensiven Gesprächen beim Kaffee am Morgen oder Nachmittag, von weinseligen Runden, von baulichen Umgestaltungen, persönlichen   Veränderungen,  von einer Diashow-Weltreise, von Geburtstagen und sich ankündigenden Geburten, von freudigen und leider auch traurigen, gar tragischen Ereignissen und - zu guter Letzt -  von den vielen mir aufgetragen herzlichen Grüßen habe ich nach meiner Rückkehr Holger berichtet, der ja lange  vor mir nach Perth an seinen Arbeitsplatz zurückkehrte.

Alle, die ich dennoch nicht mehr persönlich treffen konnte, muss ich auf das nächste Jahr oder diese Internetseite vertrösten, die auch weiterhin über unsere Unternehmungen in Australien informieren wird. Gleichzeitig will ich dich/euch ermuntern, den Kontakt zu uns zu halten.Virtuelle Gäste auf dieser Homepage, bei Skype oder Facebook, traditionelle Post, Anrufe oder Emails sind uns sehr willkommen  – tatsächliche Besuche selbstverständlich auch!

Let’s stay in touch!
Biggi


August 2010 - Zurück in Perth

Am Abend vor Holgers Geburtstag haben wir ein Konzert des John-Butler-Trios in Fremantle  vor heimischem Publikum gesehen. Gute, abwechslungsreiche Musik und Stimmung (http://www.myspace.com/johnbutlertrio), – allerdings ziemlich kalt nachdem die Sonne weg war. Die öffentliche Buslinie, die uns später zurück bis fast vor die Haustür brachte und heißer Kakao mussten uns wieder aufwärmen. Natürlich vermissen wir Familie und Freunde speziell an einem Geburtstag, aber Australien und auch Perth und die nähere Umgebung  bieten so viel Neues und Interessantes, dass die fernen, fehlenden Freunde noch nicht in den Vordergrund drängen.   

An Holgers Geburtstag waren wir dann bei herrlichem Wetter zu einem Bummel in der Stadt und am Tag darauf mit rund 40 500 Teilnehmern, die zwischen diversen Disziplinen wählen konnten, beim „city to surf“
 

( http://www.citytosurf.activ.asn.au).

Marathonläufer sind und werden wir nicht, aber dabei sein wollten wir schon, und haben uns für den 12 km walk bzw. run mit ausklingendem kurzen Strandbesuch entschieden - es hat sehr viel Spaß gemacht.

Die ausgezeichnete Organisation des Events hatte mich im Vorfeldbereits sehr motiviert, so dass ich bereits am Donnerstag und Freitag als Volunteer auf der Pre-Event-Expo gearbeitet und Anmeldungen entgegen genommen habe. Meine schönste Begegnung dabei war Kevin, der sich im Alter von 84(!) Jahren für den 12-KM-Lauf einschreiben wollte. Fürs Laufen schien er fabelhaft fit, für die Anmeldung am Computer brauchte er meine Hilfe. Am Renntag habe ich ihn leider nicht wieder getroffen, später der Ergebnisliste allerdings entnommen, dass Kevin in seiner Gruppe trotz sehr respektabler 02:16:44 h zugleich vierter und letzter wurde, dennoch verdienen alle vier Läufer seiner Altersklasse  ganz große Anerkennung!

Das witzigste Outfit hatten meiner Meinung nach vier junge Burschen in einem hautengen, einfarbigen, einteiligen  Ganzkörperanzug, der selbst Gesicht und Hände komplett bedeckte.


September 2010

Trotz drei „gefühlt“  schlafloser  Nächte im Busch und einer schmerzenden Blase am rechten Hacken waren die weiteren Etappen auf dem Bibbulmun Track, die ich Anfang September zusammen mit Sue, Ros und John gewandert bin, ein außerordentliches und naturnahes Erlebnis. Besondersschön: die Stille, die Weite, die Andersartigkeit der Vegetation und ein faszinierender Sternenhimmel

Sues Souvenir an diesen Ausflug ist leider auch ein Zeckenbiss und Ros berichtete uns von einer handgroßen, langbeinigen Spinne, die sie in der Dunkelheit erst erschlagen musste, um ungestört „das stille Örtchen“aufzusuchen. Bei Tageslicht schrumpfte diese Spinne zwar auf ein Zehntel ihrer anfänglich beschriebenen Ausmaße, sollte aber nicht die einzige Begegnung mit dem australischen Wildlife bleiben: Wir stießen im Busch doch tatsächlich auf eine Rotte Wildschweine(!).  Irgendwann von Jägern hier bewusst ausgesetzt, um auf der Pirsch ein lohnendes Ziel zu haben, haben sich die hier normal nicht beheimateten Tiere bereits zur Plage entwickelt - und mir einen kleinen Schrecken eingejagt, denn eine Wildsau mit Jungtieren kann ganz überzeugend knurren und grunzen.
 

 

Die kleinen Würmchen aus dem Regenwassertank, die sich in meinem Kaffeewasser vereinzelt aber munter ringelten, kommentierte Sue trocken: „No worries, Biggi, they won’t drink much!“

Wie schon bei unserer ersten Wanderung auf dem BibTrack war es auch jetzt tagsüber sonnig und trocken, dennoch lausig kalt nach Sonnenuntergang. Sues sehr hilfreiche ‚hot water bottle‘, Johns ‚port & poetry‘ (mit dem ihm eigenen schottischen Akzent auswendig vorgetragenen Gedichte) und ein tägliches ‚campfire‘ hielten uns immer bei bester Laune.

Die Etappen haben mich nicht an meine Leistungs-grenze gebracht. Den Proviant für vier Tage einzuschätzen, zu tragen und frisch zu halten (in meinem Fall ein 16 kg schwerer Rucksack) war dabei meine größte Herausforderung. Bei der nächsten Wanderung weiß ich, was ich weglassen kann und was ich besser mitnehme. Am Samstagmorgen kam uns Holger mit einem gutgekühlten Bier entgegen und wir haben damit nicht erst bis zur sonst üblichen Happy Hour gewartet.


Wem unsere Bilder auf der Homepage nicht reichen, dem möchteich diese Seite weiterempfehlen:
http://www.nothinglikeaustralia.com/index.htm 
Hier haben australische Landsleute ihre Lieblingsplätze fotografiert undkommentiert. Sehr sehenswert! Danke, Siggi, für diesen tollen Tipp!
  

Der 1.000 Besucher dieser Website hat sich inzwischen mit mail und Beweisfoto gemeldet. Die versprochene Überraschung hat sich damit (Zitat) "Lazio eingeheimst".


Bleibt alle gesund und munter, lese- und schreibfreudig!


Liebe Grüße vom webmaster

Biggi




Eigentlich ist September für uns ein Monat mit vielen schönen familiären Zusammenkünften, allen voran Ninas und Kims Geburtstage, auch Arnes und Christians und darüber hinaus schon traditionelle Clantreffen in Lingen, um am Lingener Stadtfest teilzunehmen und gemeinsam die Zwetschen zu ernten. Das alles fehlt uns schon beträchtlich und Skype ist speziell dann nur ein kleiner Ersatz!

Ganz besonders aber merken wir die Entfernung, wenn die Sorge um die Lieben in Deutschland mit aller Kraft und Plötzlichkeit in den Vordergrund drängt.  War diese Seite bislang fast ausschließlich unseren Erlebnissen in Australien gewidmet, so beschäftigt und betrübt uns momentan nichts mehr, als der Gesundheitszustand von Holgers Vater und wir stellen bedrückt fest, wie hilflos wir hier sind, wie wenig Unterstützung wir aus der Ferne geben können. Unsere Gedanken sind dennoch sehr oft bei euch in Deutschland ….  



Im September wird in Western Australia der Frühling eingeläutet und der Kings Park lockt zu einem Picknick neben blühenden Wildblumen. Über einen Monat hinaus gibt es sonntags Livemusik, lehrreiche Vorträge und kreative Workshops, Pflanzen- und Kunstgewerbemärkte über den gesamten Zeitraum verteilt (www.kingsparkfestival.com.au).

Außerdem begeht man hier am 5. September Father’s Day– wie in Deutschland, eine Gelegenheit für Schnäppchen in allen Abteilungen,die die Männerherzen erfreuen und darüber hinaus eher Anlass für ein weiteres Familienpicknick. Es umgibt uns eine krasse Mischung: Frühlingsblumen und Vorfreude auf wärmere Tage und Abende, Saison für heimische Erdbeeren, gleichzeitig lauern die ersten Weihnachtsmänner, Kugeln und Kitsch in den Schaufenstern. Alles trifft hemmungslos aufeinander und der gut organisierte Konsument hat hier seine Weihnachtsgeschenke längst beim ‚End of SummerSale‘ Ende Juni/Anfang Juli erstanden.

Einen weiteren arbeitsfreien Tag beschert den Westaustraliern der Geburtstag der Queen. Die Feierlichkeiten ihres eigentlichen Geburtstags am 21. April werden ja selbst in London zugunsten einer besseren Wetterlage verschoben. Mit Ausnahme von Western Australia würdigten ihn alle anderen Bundesstaaten am 14. Juni. Ich konnte keine schlüssige Erklärung finden, warum er hier erst am 27. September berücksichtigt wird.

Mit Hannelore und Werner aus Meppen haben wir ein wenig Zeit verbringen können. Im Rahmen einer straff organisierten Reise durch Westaustralien haben die beiden auch kurz Perth, Fremantle und Rottnest Island besucht. Es war für uns anregend, Australien-erfahrungen und emsländische Neuigkeiten auszutauschen.


Bei lollipop, toffee, biscuit & cookie denke ich zuerst an etwas Süßes. Die englische Sprache hat allerdings noch weitere, überraschende Verwendungen für diese Worte parat: Der lollipop man ist jemand, der mit einem großen Stoppschild auf eine Baustelle hinweist, und damit (oder aus anderem Grund) den Verkehr zum Halten bringt oder auch als Schülerlotse (meist: a lollipop lady) fungiert, damit Fußgänger sicher über dieStraße kommen. Ein Snob wird gerne auch als toffee bezeichnet, eine hochnäsige Person als toffee-nosed, und wenn man sagen will, dass das „dem Fass den Boden ausschlägt“, sagt man im Englischen: „That takes the biscuit!“
 

Ein harter Brocken?  A tough cookie?


Herzliche Grüße
Biggi


Mit Insa und Torben, die uns seit dem 16.September besuchen, brechen wir (am 22.09.2010) auf Richtung Südwesten und es ist alles andere als leicht, eine Woche später die Highlights dieser 2700-km-Tour zusammenzufassen. Lichte Karriwälder, vielfältig blühende Wildblumen entlang der kurvenreichen Cave Road, herrliche Surf- und Badebuchten, endlose, weiße Sandstrände, verschwiegene Buchten und Felsformationen, die zum Klettern und Sonnenbaden einladen, wechseln sich munter ab.

Wir vernachlässigen die Weingüter der Margaret RiverRegion, haben aber schon am ersten Reisetag massenhaft Fotos, die wir am Abend ansehen, damit die grandiosen Eindrücke nachwirken. Für einen ausgiebigen Strandurlaub reichen weder Zeit, Ausrüstung (Surfboard), noch Mut (bei den Mädels), denn die Brandung ist gigantisch – ein Surferparadis am indischen Ozean von Yallingup im Norden, über Smith’s Beach, Moses Rock,Gracetown, Prevelly Park, Gnarabup Beach bis Cape Leeuwin im Süden.

Von den drei der Öffentlichkeit zugänglichen Höhlen entscheiden wir uns für die Lake Cave, in deren unterirdischem See sich fast märchenhafte kristalline Säulen, Stalagmiten und Stalagtiten spiegeln. Über 350 Stufen führen hinunter zum Höhleneingang, der nach seiner Erstentdeckung 1867 durch eine junge Reiterin weitere 30 Jahre nicht wiedergefunden wurde, so unberührt und unzugänglich war  die Gegend zu der Zeit.

Hinaufsteigen ist dagegen angesagt beim Gloucester Tree in Pemberton.  Eisenstangen, die spiralförmig in den massiven Stammgebohrt wurden, führen den beherzten und schwindelfreien Kletterer auf eine 60m hohe Aussichtsplattform, die ursprünglich als Feuerwachturm genutzt wurde. Versucht haben wir es alle vier … und haben am Ende mit immerhin zwei erfolgreichen Kletterern einen besseren Durchschnitt als allgemein üblich.

Zurück an der Küste zwischen Denmark und Albany können selbst ein Regenschauer am Morgen, ein  bedeckter Himmel und kalter Wind am Nachmittag Holger und Torben vom Schnorcheln an den geschützten Strandabschnitten im William Bay National Park (Greens Pool & ElephantRocks)  nicht abhalten und das Entdecken von Rochen, Barschen, Meerbrassen und sogar Kugelfischen begeistert beide.
 

 

Die gefühlt eingesparten Dollars infolge einer Übernachtung im Backpacker Hostel verprassen wir im vermeintlich teuersten Restaurant der Stadt.

The Gap und Natural Bridge an der Frenchman Bay Road können wir selbstverständlich nicht auslassen, ebenso wenig wie die (fast heimisch klingende) Bremer Bay. In Point Ann haben wir dann noch das Glück, gleich drei Wale zu beobachten, die in einer ruhigen Bucht  ihre Jungen auf das große Meer vorbereiten.

In Esperance erreichen wir den süd-östlichsten Punkt unserer Route und besuchen im Cape Le Grand National Park die angeblich schönsten Strände Australiens. Der meist strahlend blaue Himmel ist ausgerechnet heute leider nicht ‚picture-perfect‘, der Pink Lake will nicht wie versprochen schimmern und Lucky Bay stimmt uns nicht ‚happy‘– dennoch bestechen die bildschönen Strände von Blue Haven, Hellfire Bay und - unser Favorit - : Thistle Bay!

Sammy
ist ein freilebender Seelöwe im Hafen von Esperance, der ganz offensichtlich nicht selbst auf Futtersuche gehen muss,denn er profitiert überreichlich vom Fang der Angler, die ihre Beute vor Ort ausnehmen, waschen und filetieren und Sammy so viele Happen zukommen lassen,dass er träge und wählerisch fressen kann. Andere Wildtiere
waren weitweniger einfach zu fotografieren. Dennoch haben wir Pelikane und diverse andere Vögel, Echsen, einen Waran, einige Emus und auch Kängurus mit der Kamera eingefangen. Dass letztere zur Plage Australiens erklärt werden können wir kaum glauben, denn auf unserer ganzen Reise sehen wir  nicht sehr viele Kängurus –weder lebendig noch ‚erlegt‘ am Straßenrand. Vielleicht haben sie ihre Weidegründe inzwischen mehr in die Nähe gut gewässerter Golfplätze verlagert?  Oder wir sind nicht tief genug im Outback?

Selbst Kalgoorlie-Boulder, schon boom town der Goldgräberzeit und heute Sitz der größten offenen Goldmine des Landes, ist um diese Jahreszeit noch erstaunlich grün – mit Ausnahme der teilweise gewaltigen Abraumhalden, die wir sehen, wenn wir den historischen (DundasTrail) und aktuellen Spuren der Goldgräber folgen. Im ‚Museumsdorf‘ Mining Hall of Fame verbringen wir einige Zeit, gehen auch unter Tage, lassen uns Abbau und Schmelzprozess von Gold erklären und probieren mäßig motiviert selbst ‚panning for gold‘. Wir begnügen uns ziemlich schnell mit der Erkenntnis, selbst wahre Goldstücke zu sein und ziehen auch schlichte Backpackerunterkünfte den aufgebauten spartanischen Blech- und Holzhütten der Goldgräber vor.  

Bedeutendste Lebensader und auch touristischer Anziehungspunkt der Region ist The Super Pit, eine immensgroße Goldmine, in deren jetzt 300 m tiefes Loch sogar übergroße Trucks wie Spielzeugautos erscheinen. Sie produziert bis zu 850.000 Unzen Gold jährlich und sichert damit Australien den dritten Platz nach Südafrika und USA. Die geplanten Dimensionen dieser schon jetzt gigantischen Mine werden am Ende bei 600 m Tiefe und Außenmaßen von 3,8 km x 1,5 km liegen. Zu einer anderen Jahreszeit muss es hier gnadenlos staubig sein.

Die trockenen Kehlen (nicht nur der Minenarbeiter) kann man sich schon früh am Tag in einer der zahlreichen Bars kühlen. Serviert wird vielerorts von skimpies – leicht bekleideten jungen Mädchen, einer weiteren Attraktion des Ortes! Wir lernen neue Biersorten (Beez Neez) unbekanntes Vokabular (slinky) – aber nicht die ‚skimpies of the week‘ kennen. Beim Pokern beenden wir zu viert unsere Abende und Torben hat große Chancen, seine Urlaubskasse aufzufüllen.

Trinkwasser
, das hier am Tor zum südlichen Outback soviel Wert  hat wie Gold, kommt seit 1898 aus der 556 km langen ‚Golden Pipeline‘, die beim Mundaring Weir in der Nähe von Perth beginnt. Unsere Rückfahrt verläuft entlang dieser Leitung, wir kreuzen den legendären Rabbit Proof Fence
und von Tom-Tonn(!) navigiert beenden wir unsere Reise am O’Connor Stausee / Mundaring.  Dank DJ Tally T, der uns abwechslungs- reich mit Hünis Tophits und eigenen Kreationen unterhält, müssen wir nur selten selbst singen.



Während Holger schon längst wieder arbeitet, Insa und Torben auf einer weiteren Tour Richtung Norden unterwegs sind, kann ich diese Seite aktualisieren und schicke auf diesem Weg ganz herzliche Grüße von uns vieren insbesondere nach Achim und an alle, die meine Berichte verfolgen,

Biggi




Oktober 2010
 

Derweil in Deutschland die Gärten und Autos winterfestgemacht werden geht hier in Perth der sehr trockene Frühling gelegentlich schon in den Sommer über. Wir hatten bereits mehrmals knapp 30°. Allerdings ist es oft sehr windig und die Fliegen sind momentan ausgesprochen lästig. Sie sind nur auszuhalten, wenn man sich bewegt, also Radfahren, Walken, Tennis ist alles ok - auf der Wiese liegen, Essen auf dem Balkon fast nicht möglich.


Deswegen haben wir auch unser geplantes Picknick bei den Bell Rapids am Swan River an einem der letzten Urlaubstage mit Insa und Torben kurzerhand an den Burns Beach bei Joondalup verlegt, wo es etwas(!) besser ist. Aber der Himmel ist nahezu jeden Morgen strahlend blau, die Luft klar undfrisch.... im Grunde „Gute-Laune-Wetter“.   

In jedem Fall scheinen beständig gutes Wetter und überwiegend warme Temperaturen mit verantwortlich zu sein für eine sehr relaxte Lebenshaltung hier, weswegen die Abkürzung für Western Australia = WA auch gerne in „wait awhile“ umbenannt wird.

Die zunehmenden Sonnenstrahlen bringen eine der wichtigsten Regeln Australiens in Erinnerung: „slip-slop-slap“ ist eine Kampagne der örtlichen Gesundheitsbehörde, die bereits vor rund 30 Jahren zum Schutz gegen Hautkrebs ins Leben gerufen wurde. "Slip on a shirt, slop on sunscreen, and slap on a hat" when you go out into the sun”
hat sich mittlerweile in den Köpfen der Australier erfolgreich festgesetzt und man sieht inzwischen keine der jüngeren Schulklassen mehr, die ohne Kopfbedeckungen im Freien sind – auch nicht beim Sportunterricht.  

Unser Besuch aus Achim ist längst wieder daheim und macht allen weiteren Reiselustigen aus dem familiären Umfeld den Mund wässerig. Wem von euch können wir als nächstes sagen: See you soon in Perth?

Für Kims ‚study buddies‘ Genia und Marc sind wir derzeit Ausgangspunkt für Arbeits- und Wohnungssuche in Perth. Die beiden sind schon 8 Wochen in Asien gewesen und wollen sich nun mit dem für Deutsche so populären ‚Work & Travel Visum‘ ihren Aufenthalt in Australien finanzieren. Selbst für diese beiden Tourismusexperten war die Bezeichnung „silver tsunami“ neu, die den Begriff „grey nomades“ inzwischen abgelöst hat und eigenwillig beschreibt, dass nicht nur die junge Generation ein umtriebiges, reislustiges Volk ist.    
 

 

Mit Genia und Marc haben wir einen Ausflug nach Rockingham gemacht und uns mit einen Boot auf die Pinguin Island übersetzen lassen, die einzige Insel der Shoalwater Islands, mit Zutritt für die Menschen. Ein weiteres Boot brachte uns in unmittelbare Nähe von Seelöwen, Delfinen und an die Brutstätten der Pelikane. Der Bootsführer steuerte viel Wissenswertes zur lokalen Tierwelt bei, die hier ein weitgehend geschütztes Refugium vorfinden.

Eine weitere interessante Begegnung dort waren dann noch zwei deutsche Motorradfahrer, die mit ihren Maschinen seit September 2007 auf Weltreise sind und nach Reisen durch Amerika und Neuseeland inzwischen Australien nahezu umrundet haben und dies auf einer sehr umfangreichen Website dokumentieren: www.globusbiker.de. Fernweh und Neugier schüren auch zwei Osnabrücker, deren Weltreise man unter www.weitreise.de verfolgen kann.   

Nachdem Holger und Marc noch ein wenig geschnorchelt hatten waren wir rechtzeitig zurück in Perth um einem Rekordversuch zuzuschauen, der dem ‚King of Pop‘ Tribut zollt und gleichzeitig Gelder für wohltätige Zwecke erbringen soll. Thrill the World ist ein ‚flash mob‘, bei dem weltweit am gleichen Tag zu ‚Thriller‘ von Michael Jackson getanzt wird –selbstverständlich kostümiert wie die gruseligen Gestalten aus dem gleichnamigen Originalvideo, dessen 25. Geburtstag im Jahre 2007 erstmals zu dieser Aktion führte. Nach 419 Teilnehmern im letzten Jahr konnte Perth diesmal mit rund 450 tanzenden Zombies aufwarten. Ob der weltweite Rekord von 2009 mit 22.596 Teilnehmern aus 32 Ländern in diesem Jahr tatsächlich übertrumpft wurde, ist ruck-zuck im Internet nachzulesen, wo es schon längst Fotos, Videos und Berichte über den ‚Largest Simultaneous Dance‘ gibt.

Welch global zugängliche, mitteilsame und atemberaubend schnelle Welt!

Viele Grüße auf diesem schnellen Weg

Biggi


November 2010


Der erste Dienstag im November gleicht einem Feiertag: in Melbourne ist ‚Cup Day‘. Zum 150. Mal findet dieses berühmte Pferderennen statt, bei dem sich die Begeisterung der Australier am Sport, an Wett-

möglichkeiten und geselligem Beisammensein aufs Feinste verbinden lassen.

Viel Geld ist hier im Spiel - nicht nur bezogen auf das Preisgeld für den Gewinner und rund 140 Millionen Dollar Wetteinsatz allein für das eine Rennen um den legendären Melbourne Cup. Auch Tourismus- und Eventindustrie, Partyservice, Modeschöpfer und vor allem Hutmacher leben von diesem alljährlichen Ereignis, das am populärsten Dienstag des Jahres das  landesweit das alltägliche Treiben für Minuten zum Erliegen bringt. 

Bei ‚champers & chicken‘ (Brause & Broiler) trifft man sich, um das Rennen zu verfolgen. Ein wenig dieser aufgekratzten Stimmung schwappt auch nach Perth Downtown rüber. In vielen Büros wird ein TV aufgestellt, gewettet oder einfach per Los auf ein Pferd gesetzt. Aufgrund der Zeitverschiebung ist das wichtigste Rennen (‘the race that stops a nation™’) in Western Australia zur Lunchzeit und für viele Gelegenheit, die Mittagspausezu einer kleinen Büroparty zu machen.

Die Straßen sind dagegen heute eher ruhig, die Cafés ohne Fernsehgerät gähnend leer. Mitten in der Stadt wurde eigens ein Zelt aufgebaut, wo Risikofreudige ihren Wetteinsatz loswerden können und auch vor der Tür zum Irish Pub steht schon eine lange Schlange von Spielern, die heute ihr Glück herausfordern wollen.

Der Spaß steht eindeutig im Vordergrund, wenn sich hier und heute insbesondere die Damen in Schale werfen und mit elegantem Hütchen auf dem Kopf am Arbeitsplatz erscheinen. Aber auch attraktive Gentlemen ‚in tails and top-hatted‘ (in Frack und Zylinder) habe ich gesehen, die dieses Ereignis quite stylish verkleidet verfolgen.
 

 

Das Fernsehen überträgt den kompletten Renntag, unterbrochen von den Werbetrailern der bedeutenden Sponsoren (Emirates und Lavazza), liefert Einblicke in parallel stattfindende Modeschauen und zeigt opulente und kreative Kopfbedeckungen, die denen in Ascot (England) in jeder Hinsicht ebenbürtig sind. 

Genja und Marc kaufen heute ihr (Wohn-)Auto und machen sich auf den Weg nach Süden zu ihrem ersten Arbeitsplatz, einer Farm in Boyanup inder Nähe von Bunbury, wo sie im Akkord die Blätter von den Reben zupfen werden. Es hat doch fast zwei Wochen gedauert, bis alles geregelt ist und die beiden aus einem 'Verwöhnaufenthalt' bei uns in einen harten und bestimmt heißen Arbeitsalltag wechseln, das bequeme Bett gegen einen Schlafplatz in einem campingtauglich umgebauten Jeep tauschen.

Von den beiden hören wir sicherlich vom weiteren Verlauf ihres Aufenthalts und sehr gerne hören/lesen wir auch von euch in Deutschland.

                                                  Stay tuned!


Die ersten heißen Tage mit 36° bzw. 37° waren Ausrutscher! Für zwei schöne, wenn auch anstrengende Fahrradtouren (zum WWC Lunch ins Swan Valley und am Mundaring Weir) haben wir passendes Frühlingswetter.

Auch die zahlreichen Festivals, Open Air Konzerte, Sportveranstaltungen, die jetzt wieder vermehrt in Perth unter freiem Himmel angeboten werden, können sich fast ohne Einschränkungen des guten Wetters sicher sein. Aus dem reichhaltigen kostenlosen Angebot haben wir zwei Events für uns herausgepickt:

Das Swan Festival of Lights ist ein kleiner Schmelztiegel von Minderheiten in Perth, die im ‚Licht ein Symbol von Hoffnung, Frieden, Harmonie, Wissen, Freude und Wahrheit‘ sehen und mit ihrer Veranstaltung alljährlich die ‚ kulturelle Vielfalt in Westaustralien dokumentieren‘ wollten. Da maßgeblich von einer indischen Community organisiert, gab es an vier Tagen vor allem klassische indische Tänze, scharf gewürzte Gemüsecurrys, textile Erzeugnisse, Workshops und Informationen zur Kultur Indiens. Viele Frauen kamen in ihren farbenfrohen Saris.

Zwischen obligatorischen Plastikstühlen und nüchternen Zelte auf einer sehr großen Wiese konnten aber weder die indischen Tänzer, noch traditionelle Rhythmen der Aboriginals, brasilianische Capoeira, Bauchtanz, afrikanische Trommeln und ukrainische Kosaken wirklich begeistern, das abendliche Feuerwerk schon eher.  (Über die demografische Zusammensetzung informiert: AustralianBureau of Statistics, Census of Population and Housing)  


Für den nördlich des Bahnhofs gelegenen Stadtteil Northbridge ( „the heart and soul of WA’s culture“ …) gibt es die Möglichkeit ,mittels Audio-Tour einen Rundgang nach eigenem Tempo zu gestalten und viel über dieses quirlige Stadtviertel kennenzulernen.

Die umfangreichen Beschreibungen und Legenden von Zeitzeugen kann man kostenlos auf den eigenen MP3-Player laden und sich sein ganz eigenes Bild machen vom Leben und der Kultur vieler Einwanderer und Einheimischer aus Vergangenheit und Gegenwart, von unzähligen Asia-Shops, schrulligen Second Hand Boutiquen, internationaler Küche, vom Perth Cultural Centre und Gallerien, von Pubs und Nightclubs, … es lohnt sich!



Und hier noch ein kleiner Einblick in den Alltag:

Zum BIG AUSSIE SWAP wurde landesweit zum zweiten Mal aufgerufen, um im Rahmen einer nationalen Recycling Woche Altbatterien und Glühbirnen zu entsorgen. Hauptsächlich aber sollten im Rahmen einer vergnügten Aktion solche Dinge, die nicht länger gewollt oder benötigt werden (CDs,Bücher, Schmuck, Spielzeug, Kleidung usw.), nicht gleich im Müll landen, sondern getauscht(!) werden -  swap oder swop = tauschen.    
 

 

Die Australier, hört man von den Organisatoren vor Ort, sind mit 690 kg Müll/Kopf zweitgrößter Müllproduzent weltweit und müssen hier noch viel mehr Bewusstsein entwickeln. An sorgfältige (deutsche) Mülltrennung gewöhnt hatte ich spezielle Entsorgungs-möglichkeiten von Sondermüll hier schon vermisst und dazu auch nur notdürftig Auskunft beim Perth City Council erhalten.


Obwohl der Slogan: ‚reduce-reuse-recycle‘ gut überlegt und griffig klingt und die ganze Tauschaktion von Seiten der Stadt unterstützt wird, erweist sich der BIG AUSSIE SWAP in Perth CBD nicht als Publikumsmagnet. Schade für die Organisatoren und die gute Sache an sich!


Schon wieder haben wir eine Woche mit extrem heißen Temperaturen, die seit Montag von 30° bis Freitag zu 39° hinaufklettern.  Der Blick auf eine Wetterkarte des Fernsehsenders ABC lässt erkennen, dass weder Südafrika noch die tropischen Regionen um Singapur da mithalten können. Mir ist das einfach zu heiß und ich verbringe die heftigsten Stunden zwischen 12.00 und 16.00 Uhr im Appartement, das wir bislang aber noch nicht(!) klimatisieren mussten.

Das einwöchige Northbridge Festival ist der kulturellen Vielfalt, den aktuellen lokalen Bands und vielen anderen kleineren und größeren Aktionen gewidmet. Die Stadt legt großen Wert darauf, diesen Stadtteil von seinem eher berüchtigten Image zu befreien. Man versucht, die vorhandene kulturelle Bandbreite von rund 50 unterschiedlichen ethnischen Gruppen und Migranten einzubinden.

Nur eine Woche nach dem Fremantle Festival Weekend, bei dem wir auch, jedoch ausschließlich als Zuschauer waren, schlagen wir in Northbridge am Ende selbst kräftig Samba-Trommeln: I-can-real-ly-drum - I can drum lautete unser Rhythmus und mit viel Spaß und Ausdauer haben rund 60 Spontane die sicherlich 150 kreativ verkleideten Sambanistas bei dem Gig zu ihrem 20. Geburtstag laut unterstützt.



Wieder einmal ist der Langley Park – die lange Rasenfläche vor unserer Haustür – Schauplatz diverser Aktionen für die Öffentlichkeit. Von städtischen Geldern unterstützt präsentieren sich hier und an anderen Plätzen in der Stadt ca. 20 verschiedene Sportarten und laden am Wochenende zum Ausprobieren und Mitmachen ein.  

Zusammen mit rund 4500 Radlern nehmen auch wir teil am 7.Santos Great Bike Ride, kein wirkliches Radrennen, aber eine Strecke, bei der die gefahrene Zeit gemessen wird und damit doch Anreiz zu Tempo ist. Wir nehmen die mittlere Distanz: 53 km: (Perth-Fremantle-Perth), denn 10 km sind uns zu kurz und 106 km – zweimal die gleiche Strecke auf Tempo und vor allem bei einer Startzeit von 6:00(!) Uhr morgens nicht motivierend.

Wir haben unsere Durchschnittsgeschwindigkeit unter 20 kmh vermutet und starten deswegen um 8:00 Uhr. Ein bedeckter Himmel hält die Temperatur auch noch bis mittags erträglich. Die Strecke ist reizvoll und ab und zu hügelig. Viele Straßen, sogar ein Stück auf dem Kwinana Freeway, sind für den normalen Verkehr gesperrt.
 

 

Diese vom ‚Rotary Club‘ und mit Hilfe der‚City of Perth‘ sehr gut organisierte Massenveranstaltung ist gleichzeitig gedacht, verschiedene Stiftungen (in diesem Jahr: Hope for Children, St John of God Foundation Horizon House and The Heart Foundation) finanziell zu unterstützen.  

 

Die Radler sind aufgefordert, Sponsoren für sich zu finden oder selbst Geld zu spenden, denn die Teilnehmergebühr deckt gerade mal die Kosten pro Radler für diesen Event. Nach 2:30:39 h sind wir beide am Ziel  - ich ziemlich platt während Holger noch mit dem Gedanken spielt, am Nachmittag beim Beachvolleyball ein wenig mitzumischen.

Ein kleiner Film dazu:
http://www.youtube.com/watch?v=FwLFZjkiE-s&feature=player_embedded

    
Ein weiteres Highlight im November in Perth, bei dem ich erneut als Volunteer mitwirke: http://www.awesomearts.com/festival

Es ist eine Mischung aus Filmkunst, Theater, Musik, Skulpturen, Straßenkunst, Ausstellungen und Workshops.

Ruhepol oder Inspiration, Rückzug und Zufluchtsort oder Schlupfwinkel und Antrieb, Verlockung oder Verwirrung, alles scheint möglich beim Betreten des Luminarium Levity III, das mitten in Perth aufgebaut –besser: aufgeblasen - wurde und schlichtweg fasziniert!

Unter:  http://www.architects-of-air.comgibt es ausführliche Informationen und viele tolle optische Eindrücke: amazing & awesome! Hier passen beide Vokabeln.

Zwei neue, hier so beliebte Abkürzungen noch: vollies = volunteers (ehrenamtliche Mitarbeiter) und pressies = presents (Geschenke) ....

                                 

Gerade veröffentlichte Statistiken besagen: November 2010 geht als wärmster Monat seit Aufzeichnung der Wetterdaten in Western Australia in die Geschichte ein und verabschiedet sich mit einer Hitzewelle, die offizielle Bezeichnung für eine Folge von mindestens 5 Tagen mit Temperaturen über 35°, die heute ebenfalls erstmals für den vergangenen Monat notiert wurde und damit ungewöhnlich früh eingesetzt hat.


Erneut zeigt sich, dass dieses Land voller Extreme ist, denn gleichzeitig bescheinigen die Aufzeichnungen den nassesten Frühling aller Zeiten für ganz Australien. Regenwasser, das im Osten (Queensland, Victoria, New South Wales, Northern Territory) in den vergangenen Wochen in Massen heruntergekommen ist, die ebenfalls zu großen Ernteverlusten geführt haben, und die im staubtrockenen Südwesten dringend gebraucht würden.  

Dezember

Der Nikolaus ist, so weit ich das feststellen kann, in Perth unbekannt. Die stockings werden erst zu Weihnachten befüllt. Dafür werden Stadt und Bewohner mit vielen anderen Events beschert: Carollers,die an verschiedenen Stellen in der Stadt Christmas Carols singen, public viewing picnics in öffentlichen Gärten und Parks und natürlich verlängerte Öffnungszeiten inallen Geschäften sowie Verpackungsservice gegen Spende für gute Zwecke.  

Ein örtlicher Fernsehkanal und der Automobilclub RAC organisieren den beliebten, alljährlichen Christmas Pageant, einen bunten Umzug und eine Kirmeswiese voller Unterhaltung für vorwiegend kindliches Publikum.


Zwar ist Santas winterlich anmutender Schlitten, gezogen von den legendären Rentieren der Höhepunkt der Parade – zwischendrin sieht man aber auch Clowns, Cowboys, Ritter, Astronauten, Piraten, Bauch-tänzerinnen, Akrobaten, Hare-Krishna-Anhänger, chinesische Drachen und Trommeln, Dudelsackspieler, die Heiligen Drei Könige auf echten Kamelen, die Krippenszene mit lebenden Darstellern neben grellbunten, übergroßen Süßigkeiten und natürlich viele kreativ geschmückte floats – Wagen, wie beim Karnevalszug.

Bei den Zuschauern wird der obligatorische Sonnenhut häufig gegen eine rote Zipfelmütze getauscht und nach der langen Parade gibt es Hamburger und Hüpfburg, Softdrinks und Streichelzoo, ferngesteuerte Autorennen und Foto-Shootings in großen Flitzern, Karussells und sogar Kugelhagel. Es ist bunt, sonnig, fröhlich, laut, anders .....


Das West Australian Symphony Orchestra (WASO) hat am 11. Dezember zu einem open air concert eingeladen und an einem windstillen, warmen Sommerabend genießen wir zusammen mit rund 20.000 Zuhörern beliebte klassische Musikstücke und Chorgesang vor der Skyline von Perth.

Schon Stunden vor dem Beginn füllt sich die Esplanade mit Besuchern, doch alles ist entspannt und bestens organisiert: Besitzer von flachen Campingstühlen dürfen nach vorne, die mit höhere Sitzgelegenheiten müssen in hintere Bereiche, und das Publikum bringt selbst mit, was es zu einem stilvollen Picknick braucht.   

Wir verabschieden bei dieser Gelegenheit Terri, die wir über Biggis Chor (Born to Sing) kennengelernt haben, da sie demnächst nach Busselton umziehen wird. Vielleicht kommt sie ja im nächsten Jahr zu Besuch, wenn WASO erneut umsonst und draußen spielt – wir wiederholen diesen schönen Abend bestimmt!

Am Strand verbringen wir den Nachmittag am 3. Advent und bleiben spontan bis zum Abend, um den „Carols at Scarborough“ zuzuhören. Mit traditionellen und modernen Weihnachtsliedern werden die Zuhörer unterhalten, singen gemeinsam vom „Frosty the Snowmann“Santa, der im Beach Buggy vorgefahren wird – directly from North Pole …. und am Ende gibt es noch ein sehr beeindruckendes Feuerwerk.

Wir sind etwas ratlos, wenn momentan im Fernsehen vom ‚testing the ashes‘ die Rede ist, denn diese Tests scheinen kein Ende zu nehmen! Uns ist schnell klar, dass dieser Ausdruck mit Cricket in Verbindung zu bringen ist, aber erst eine Recherche im Internet und der Perth Library klären auf, warum von Tests die Rede ist und sich hierzulande eine Schlagzeile alljährlich wiederholt: Kann England Australien schlagen?

Tests‘  beschreibt eine Serie von Begegnungen zwischen England und Australien in einem Mannschafts­spiel, das britischer nicht sein könnte:  etiquette and fair play, ein präzises Regelwerk, das Teepausen(!)  mit einbezieht – eben durch und durch englisch, oder:  English through to one’s underpants.    

Nachdem Australien 1882 erstmals England geschlagen hatte behauptete ein sarkastischer Nachruf eines Sportreporters, dass English Cricket
demnach gestorben sei und seine Asche nach Australien geschickt würde. Bei dem Versuch, diesen niederschmetternden Ruf aufzuheben, erhielten die Engländer trotzdem im darauffolgenden Jahr während ihrer Australien-Tour eine kleine Terrakotta-Trophäe, mit den Überresten verbrannter Cricket-Schläger darin.     

Teams beider Länder sind seitdem Erzrivalen und The Ashes nicht nur für die australischen Cricket-Fans die wichtigste internationale Austragung, die sich meist über mehrere Tage hinziehen kann.

Für weitere Nachforschungen empfiehlt es sich, in die o.g. Quellen, oder aber bowler und batsman live zuzuschauen, um  pitch ,runs und wicket zu verstehen – ich möchte wetten, dass es in Perth (WACA Oval, Thursday 16 Dec – Mon 21 Dec 2010)  auch Bier gibt
 

 

…. „It is hard work playing cricket here and visiting  

teams often struggle with the heat, the travel, the time awayfrom family, the flies and the crowds”. (o-Ton WACA)


Es hatte doch tatsächlich ein paar Regentropfen gegeben am gestrigen zweiten Konzertabend, den U2 in Perth bestritt – aber das konnte Holgers Begeisterung nicht im Geringsten mindern!! Er hatte kurzfristig noch eine Karte ergattern können und brachte davon ein paar Bilder und kurze Filmaufnahmen mit, die die ausgezeichnete Stimmung bestens wiedergaben. Die 360°(-Tour-)Bühne war gut einsehbar und rundum mit großen Bildschirmen direkt darüber bestückt, sodass der Blick auf die Band und die simultanen Nahaufnahmen im gleichen Focus lagen.

Dass ich den Auftritt von meinem Chor 'Born toSing' nun im nahezu gleichen Atemzug nenne, liegt nur daran, dass sich beide Termine überlagerten.;-) Auch wir hatten einen recht  gutes Konzert in einem relativ kleinen Gebäude auf der Macnuts Farm, die ca. 6 x pro Jahr diesen Raum für Musikveranstaltungen zur Verfügung stellt.
 

 

Am Pool konnten Zuhörer und Musiker vorher/nachher ein BYO (Bring Your Own)  Picknick veranstalten, teilten sich diese Wiese aber auch mit 3 großen und 3 kleinen Hunden, jeder Menge glücklichen Hühnern, hungrigen Mücken und lästigen Fliegen. Beim großen Finale wurde das Publikum komplett eingekreist, denn es sind alle vier Chöre aufgetreten, die Martin leitet und somit war der Raum rappelvoll. Wir bekamen viel Applaus, hatten viel Spaß beim Singen und der kleinen Party im Anschluss und machen nun Pause bis Mitte Januar.

Es kann also Weihnachten werden und wir hoffen sehr, dass alle Flüge stattfinden und Kim und Janek am 24.12. wie geplant hier eintreffen. Euch allen wünschen wir eine sehr schöne  W e i h n a c h t s z e i t  und senden aus Perth herzlichste

S e a s o n's  G r e e t i n g s
    



Welch eine Freude, Kim und Janek zu Weihnachten bei uns zu haben und gleichzeitig ein wenig bei den Lieben in Deutschland zu sein - wenn auch nur virtuell!

Wir haben viel Spaß an unserem ungewöhnlichen Weihnachtsfest: an den Musical Crackers, Veggies, Turkey and ChristmasPudding, (nun wissen wir auch, dass ‚Wind‘ auf der ‚Beaufort Skala‘ gemessen wird und kennen die Namen aller Rentiere) … und als die beiden längst im Bett verschwunden sind, lesen Holger und ich die vielen Emails und guten Wünsche, die uns aus Deutschland erreicht haben und freuen uns sehr über gesendete  Familienfotos, ausführliche interessante Jahresbriefe, Nachdenkliches und Neues, viele schöne schneereiche Bilder aus der norddeutschen Winterwelt, manch aufwändig gestaltete elektronische Post samt ‚Zimtsternen‘ und eine digital story of nativity.

Unseren Postkasten erreichen auch handgeschriebene ‚snailmail‘ und sogar gebastelte Weihnachtspost, eindeutig deutsche Weihnachtsmotive, zweideutig künstlicher Schnee und selbst ‚Riekes Meckerecke‘ aus Lingen haben den weiten Weg nach Perth geschafft und alles(!) hat uns sehr beglückt und weihnachtlich beschert.

Am 25.12. sind wir wie beabsichtigt, mit hunderten Australiern an einem der schönen Strände, haben kalte Getränke, Grillgut und Sonnenschutz dabei und lassen es – ganz wie die Einheimischen – sehr ruhig angehen, denn unsere Tage danach sind verplant mit einem Ausflug zum Caversham Wildlife Park, nach Fremantle, Rottnest Island, zu den weißen Sanddünen bei Lancelin und zu den rotsandigen Pinnacles Deserts.

Für Kim und Janek könnte die klimatische Umstellung nicht krasser sein. Unser Programm fordert den vorwiegend 'Nachtaktiven' einiges ab, und wenn wir morgens früh starten wollen sind die 'nocturnal marsupials' noch ziemlich müde und unsere Erwartungen und Wünsche an das Zusammensein unter einen Hut zu bringen, ist nicht ganz einfach.

 

..... to be continued ....... 

 
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