September 2011

 

 

Noch bevor wir es im telly sehen informiert uns heute früh diese email von Nina:


......nichts ahnend öffne ich web.de und da springt mir die Schlagzeile "Surfer an Australiens Westküste von Hai getötet" entgegen...puh, da haben wir wohl nochmal Glück gehabt.....

 

<Wie ein Polizeisprecher mitteilte, war der Mann Anfang 20 mit Freunden bei Sugar Loaf Rock vor der bei Touristen beliebten Bunker-Bucht auf Bodyboards, einer Art verkürztem Surfbrett, unterwegs. Der Hai habe ihn aus der Gruppe herausgezogen und ihm die untere Hälfte seines Körpers abgerissen. Es war die erste tödliche Hai-Attacke in Australien seit Februar. Haie kommen in australischen Gewässern häufig vor. Es passiert dennoch relativ selten, dass sie Menschen töten. Bis Juni 2009 starben nach offiziellen Angaben innerhalb von 20 Jahren 24 Menschen bei Hai-Attacken vor Australiens Küsten.>

 

In den australischen TV-Nachrichten heißt es heute Vormittag (05. Sep. 2011), dass der Strand bei Bunker Bay vorerst gesperrt bleibt. Ansonsten bereitet man sich dagegen so auf die neue beach saison vor:

 

WA - Bush and Beach Within Your Reach

Zu den wichtigsten Sicherheitsregeln an australischen Stränden gehört es, zwischen den gelb-roten Flaggen zu schwimmen, die das von lifeguards oder Surf Life Saving Australia (SLSA) überwachte Gebiet markieren. Sie sind schon von weitem gut zu erkennen.  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

An den wenig kleidsamen Kopfbedeckungen der lifeguards will man auch nach einer jüngsten Umfrage festhalten. Unter 7200 Antwortenden ist die große Mehrheit für das Beibehalten dieser markanten Mützen am Strand. Nostalgie und Sicherheit ohne Eitelkeit.

 

 

 

Between the flags gilt übrigens auch als Metapher für die nationale Identität: irgendwo zwischen Großbritannien, Amerika und Asien sehen die Australier sich – eine Mischung, die wir durchaus wiederfinden in den Baustilen, den breiten Ausfallstraßen, shopping malls, Freizeit- und Fernsehprogrammen, Ess- und Trinkgewohnheiten:

 

Tea Time vs COFFE TO GO

Morning Tea oder High Tea haben mich noch nie begeistert! Wohl kann ich bei Ostfriesentee ‚mit Wolke‘ - warmgehalten von einem Stövchen -, einem blubbernden Samovar oder besonders in einem japanischen Teehaus Ruhe und Entspannung empfinden, sogar ein wenig genießen, wenn die Zubereitung zelebriert wird – allein, schmecken will mir Tee einfach nicht! Eigentlich mag ich ihn noch nicht einmal riechen. Sehr sympatisch sind mir daher die Australier, die in den letzten Jahrzehnten vom Tee- zum Kaffeetrinker mutiert sind und einen Tipp für den besten Kaffee im CBD von Perth hätte ich parat. ;-)

 

Zwar tankt der Durchschnittsaussie daheim vorzugsweise Nescafé Blend 43 instant coffee, doch unterwegs ist cappuccino zu seinem beliebtesten Heißgetränk geworden. Dabei reicht die Palette vom Long Black zum Flat White, vom Espresso zum Machiatto, vom Vienna zum Mocca, von aromatisierten Versionen ganz zu schweigen. Mancher Kunde ist leicht überfordert, wenn er dann noch über die Menge von Zucker entscheiden soll und ob vielleicht ein COFFEE TO GO gewünscht wird.  

 

Das speziell erinnert mich an eine von Ulli zum Besten gegebene Anekdote um Franz Müntefering, von dem behauptet wird, er freue sich, dass mittlerweile afrikanischer Kaffee so massiv unterstützt wird…. Klar, dass dieser Schnitzer zum Slogan für jeden Kaffee unterwegs wurde. 

 

Der letzte Reklamehit in Australien ist allerdings Kleenex to go. Die bislang ausschließlich an große mit Einmal-Taschentüchern gefüllte Haushaltsschachteln gewöhnte Australier lernen gerade die Vorteile von praktischen ‚Tempo‘-Taschentüchern im wiederverschließbaren 10-er Pack kennen und ich muss keine ‚Softis‘ mehr aus Deutschland mitbringen.  

 

Bevor es auf Heimaturlaub geht, sehen wir noch zwei Kinofilme: Red Dog und PINA.

 

Red Dog erzählt die australische Legende um einen Mischlingshund, dem am Ende in Dampier ein lebensgroßes Denkmal gewidmet wurde. Red Dog wurde Ende der 70er Jahre zum ständigen Begleiter eines Busfahrers. Als dieser starb durchstreifte das treue Tier ganz West- und Nordaustralien auf der Suche nach John. Red Dog wurde bereitwillig in Autos, Trucks, Flugzeugen und sogar auf Schiffen mitgenommen, von Perth im Süden bis Darwin im Norden und sogar in Japan gesichtet.  

 

Die Originalschauplätze in der Pilbara waren uns besonderer Ansporn, diesen bewußt altmodischen und sehr australischen ‚Heimatfilm‘ zu sehen, da wir Dampier und Umgebung gerade erst bereist hatten und auf die Statue aufmerksam wurden, auf der geschrieben steht: Red Dog. The Pilbara Wanderer. Erected by the many friends made during his travels.

 

Wim Wenders Film PINA ist eine einzige Hommage an die Künstlerin P. Bausch und ihr choreografisches Schaffen mit dem Tanztheater Wuppertal. Sehr schön, dass wir diesen 3D-Film sogar in Perth sehen können!  

 

In der gut gefüllten Perth Concert Hall haben wir THE BIG SING miterlebt und in kürzester Zeit Mozarts ‚Ave verum Corpus‘ und Mascagnis ‚Cavalleria Rusticana‘ eingeübt, am Ende zusammen mit einer Solistin und begleitet von einem Teil des West Australian Symphony Orchestra gesungen. Ein großartiges Erleben, wenn hunderte unprofessioneller Stimmen unter berufener Anleitung in kürzester Zeit zu einem klangvollen Ganzen werden.


Cheers!

Biggi 


 

 

 

 

 

 

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